{"id":234,"date":"2020-09-19T08:13:14","date_gmt":"2020-09-19T06:13:14","guid":{"rendered":"https:\/\/diepflege.org\/?p=234"},"modified":"2020-09-19T09:41:50","modified_gmt":"2020-09-19T07:41:50","slug":"generalistik-gut-gedacht-aber-nicht-gut-gemacht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/diepflege.org\/?p=234","title":{"rendered":"Generalistik \u2013 gut gedacht aber nicht gut gemacht."},"content":{"rendered":"\n<p>Wenn man in Deutschland Arbeitnehmer*innen in der Pflege fragt, wie ihre korrekte Berufsbezeichnung lautet, kann es mitunter dazu kommen, dass man ganz unterschiedliche Antworten bekommt. Da gibt es<\/p>\n\n\n\n<ul><li>(Kinder-)Krankenschwestern-\/pfleger} bis 2003<\/li><li>Altenpflegerin\/Altenpfleger<\/li><li>Gesundheits- und (Kinder-)Krankenpfleger*innen } bis 2020<\/li><li>Pflegefachfrau\/Mann (mit Spezialisierung Kinderkrankenpflege\/Altenpflege) } seit 2020<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Fachfremde Berufsgruppen m\u00f6gen sich jetzt verwundert die Augen reiben, wie es zu unterschiedlichen Bezeichnungen kommt. Grund daf\u00fcr ist der Umgang mit der Pflegeausbildung in Deutschland. Geschichtlich gesehen wurden besonders seitens der EU immer wieder Bestrebungen gemacht, die Pflegeausbildung generalistisch zu strukturieren. Durch das massive Wirtschaftswachstum nach 1965 kam es zum ersten Pflegenotstand, die mittels Gastarbeitern und dem Vorschlag der Krankenhausgesellschaft zur Ausbildung von Krankenpflegehelfern bek\u00e4mpft werden sollte. Hierbei kam es zu einer ersten Reform der Krankenpflegeausbildung im Rahmen einer Abgrenzung zum Krankenpflegehelfer\/in. Gr\u00fcnde f\u00fcr den Pflegekr\u00e4ftemangel waren \u2013 quasi wie heute \u2013 unzumutbare Arbeitsbedingungen und schlechte Entlohnung des Krankenpflegepersonals.<\/p>\n\n\n\n<p>Die WHO und die EU setzten sich im Rahmen von Pflegef\u00f6rderungsprogrammen ab 1977\/1978 f\u00fcr eine generalisierte Pflegeausbildung ein, um die Pflege f\u00fcr Menschen aller Menschengruppen auszubilden. Die Ottawa-Charta (1986) und die Fokussierung auch auf die Grundbed\u00fcrfnisse der Bev\u00f6lkerung setzte aber gut ausgebildetes Fachpersonal voraus, welches auch in der prim\u00e4ren Gesundheitsvorsorge aktiv ist. Um diese Voraussetzungen zu schaffen, plante die EU eine generalisierte Ausbildung ein, an die anschlie\u00dfend Spezialisierungen zum Thema Kinderkrankenpflege, Altenpflege und psychiatrische Krankenpflege angegliedert waren und als Studium aufgebaut.<\/p>\n\n\n\n<p>Deutschland setzte zun\u00e4chst auf Richtlinien, Modernisierungen innerhalb des Krankenpflegeausbildungsgesetzes, vielen Diskussionen fachfremder Berufsgruppen (\u00c4rzte, Krankenhausgesellschaften, Kirchen, Gewerkschaften, Lobbygruppen\u2026) und unterschiedliche Stellungnahmen der Pflegeberufsverb\u00e4nden. 1985 wurden zwar Neuerungen anberaumt, aber die Altenpflege wurde bis 2000 als 2-j\u00e4hrige Ausbildung ausgegliedert und es gab bis 2020 aufgrund massivem Protest von P\u00e4diatrie und Kinderkrankenpflegeverb\u00e4nden den Sonderweg Kinderkrankenpflege. Weiter wurde die Ausbildung nicht in eine hochschulische umgewandelt, sondern blieb weiter schulischer Natur. Seit 1990 entstanden zus\u00e4tzliche Pflegestudieng\u00e4nge auch im Bereich Wissenschaft, Management und P\u00e4dagogik. Die neue Ausbildungs- und Pr\u00fcfungsverordnung 2004 betonte durch den Passus \u201e<strong>Gesundheits<\/strong>&#8211; und (Kinder-)Krankenpflege\u201c den Fokus auf pr\u00e4ventiv, palliativ und rehabilitative Arbeit der Pflege. Weiterhin aber war einzig die Krankenpflege als europ\u00e4ischer Abschluss anerkannt.<\/p>\n\n\n\n<p>Anfang der 2000 wurde langsam klar, dass es zu einem erneuten Pflegenotstand kommen w\u00fcrde, besonders in der Altenpflege. 2009 wurde im Rahmen der Koalitionsvereinbarung der CDU\/CSU &amp; FDP der Startschuss f\u00fcr ein neues Berufsgesetz gegeben, um \u201edas Berufsbild der Altenpflege attraktiver zu gestalten\u201c. Nach vielen Diskussionen, Anpassungen, Einschr\u00e4nkungen, Protest und Ideen ist jetzt 2020 das neue \u201eGesetz \u00fcber die Pflegeberufe \u2013 Pflegeberufegesetz \u2013 PflBG in Kraft getreten. Der generalistisch Abschluss zur Pflegefachfrau\/-Mann ist f\u00fcr 6 Jahre in einer Erprobungsphase und soll die m\u00f6glichen Spezialisierungen nach Ablauf der Frist auf ihre Wirksamkeit und ihren Anklang bei den Auszubildenden \u00fcberpr\u00fcfen(Ammende, 2016).<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" width=\"680\" height=\"276\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/diepflege.org\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Generalistik-Grafik.jpg?resize=680%2C276&#038;ssl=1\" alt=\"\" class=\"wp-image-235\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/diepflege.org\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Generalistik-Grafik.jpg?resize=1024%2C416&amp;ssl=1 1024w, https:\/\/i0.wp.com\/diepflege.org\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Generalistik-Grafik.jpg?resize=300%2C122&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/diepflege.org\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Generalistik-Grafik.jpg?resize=768%2C312&amp;ssl=1 768w, https:\/\/i0.wp.com\/diepflege.org\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Generalistik-Grafik.jpg?w=1232&amp;ssl=1 1232w\" sizes=\"(max-width: 680px) 100vw, 680px\" data-recalc-dims=\"1\" \/><figcaption>Abbildung : Fachschulische Pflegeausbildung ab 2020 (DBfK)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>So. Was bringt jetzt also eine generalistische Ausbildung, wie sie unsere europ\u00e4ischen Nachbarn schon lange haben? Warum gab und gibt es Widerst\u00e4nde? Warum gut gedacht, aber nicht gut gemacht?<\/p>\n\n\n\n<p>Fangen wir mal mit den m\u00f6glichen Gr\u00fcnden an. Nach au\u00dfen transportiert war die Generalistik dazu gedacht, den Beruf Pflege attraktiver zu machen. Durch eine internationale Anerkennung und einen m\u00f6glichen Hochschuldzugang sollte ein qualitativ hochwertiger und zukunftsorientierter Beruf aus einem Chaos an Berufsabschl\u00fcssen entstehen. Da wirkt es irritabel, wenn man ein Statement von 2012 aus der Bund-L\u00e4nder-Arbeitsgruppe zum Thema Pflegeberufsgesetz lie\u00dft.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote\"><p>Der Arbeitsmarkt im Dienstleistungssektor Pflege erfordert in Zeiten des demografischen Wandels den flexiblen und universellen Einsatz von Pflegekr\u00e4ften.<\/p><cite>Bund-L\u00e4nderarbeitsgruppe Weiterentwicklung der Pflegeberufe 2012:5<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Besonders spannend, wie man hier \u00fcber die Arbeitnehmer der Berufsgruppe Pflege redet. Oder auch v\u00f6llig entspannt damit umgeht, dass diese Arbeitnehmer zwischen den zu pflegenden Altersgruppen wechseln k\u00f6nnen \u2013 keine Frage dazu, ob sie es wollen. Kontr\u00e4r dazu zeigen Befragungen, dass Auszubildenden sich bei Beginn der Ausbildung und des Arbeitslebens aktiv und bewusst f\u00fcr EINEN Beruf entscheiden (G\u00f6rres et al, 2003). Und sind wir mal ehrlich \u2013 wer von uns k\u00f6nnte morgen ganz entspannt (im schlimmsten Fall ohne Einarbeitung) auf einer anderen Station arbeiten?<\/p>\n\n\n\n<p>Und wenn ich alles k\u00f6nnen soll, alles lehren soll \u2013 warum wurde die Ausbildungszeit nicht verl\u00e4ngert? Wie soll man Wissen aus drei Ausbildungen in der gleichen Zeit sinnhaft unterbringen?<\/p>\n\n\n\n<p>In den Modellversuchen (8 Tr\u00e4ger unterschiedliche Bundesl\u00e4nder \u2013 hallo F\u00f6deralismus) wurde im Nachhinein von \u201evermischten Wissen, oberfl\u00e4chlich\u201c oder \u201eKinderkrankenpflege\/Altenpflege f\u00e4llt unter den Tisch\u201c (Sahmel,2010). Es scheint auch schwierig zu sein, die Wirklichkeit der Altenpflege im Gegensatz der kurativen Pflege in der (Krankenhaus)Krankenpflege darzustellen. Am Lebensabend geht es oft mehr um Lebensqualit\u00e4t, Erhalt von vorhanden F\u00e4higkeiten und Unterst\u00fctzung der eigenen Bed\u00fcrfnisse. \u201eHeilen\u201c ist im Zweifel nicht mehr im aktuellen Fokus und die Art der Pflegekompetenzen unterscheidet sich von der Krankenpflege. Diese Sorge teilten auch der deutsche Berufsverband f\u00fcr Altenpflege, die die neuen Kollegen durch die fehlende Spezialisierung als \u201eBelastung f\u00fcr alle\u201c(Kaleve, 2015) durch mehr Einarbeitungsarbeit und fehlender Entlastung beschreibt.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr die Krankenpflege ist der Einblick in die Altenpflege mitunter ein Gewinn, sind doch die meisten Patienten der Akutversorgung \u00fcber 65 Jahre und \u00e4lter (Destatis). Im Hinblick auf die \u201eMultimorbidit\u00e4t \u00e4lterer Menschen und Altenpflegeheimen und Patienten [..]im Krankenhaus\u201c w\u00fcrde die neue Ausbildung beiden Berufsgruppen helfen, besser mit den Ihnen anvertrauten Patienten umzugehen meint Rolf H\u00f6fter(2015), Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Deutschen Pflegeverbandes.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Deutsche Berufsverband f\u00fcr Pflegeberufe, fordert \u201ekeine Kompromisse in der qualitativen Anforderungen an die Ausbildung\u201c(St\u00f6cker, 2015) und hat den schon l\u00e4nger geforderten regelhaften Hochschulzugang f\u00fcr die Auszubilden der Pflege im Blick (St\u00f6cker, 2015). Wie genau dieser Studiengang geregelt ist, unterliegt \u2013 F\u00f6deralismus sei Dank \u2013 wieder den einzelnen L\u00e4ndern. Der Gesetzgeber hat f\u00fcr das Studium ganze drei Paragraphen im Pflegeberufegesetz(PflBG,2017) vorgesehen, die sehr oberfl\u00e4chlich formuliert viel Handlungsspielraum lassen. Um der Chancengleichheit Gen\u00fcge zu tun, wurde das Schulgeld abgeschafft und die Kosten auf Krankenkassen, Pflegekassen und L\u00e4nder aufgeteilt. Um die Qualit\u00e4t wie auch vom DBfK gefordert zu erh\u00f6hen oder zu halten, wurden die Voraussetzungen an die Lehrenden erh\u00f6ht(siehe Abb.2)<\/p>\n\n\n\n<p>(1) Pflegeschulen m\u00fcssen folgende Mindestanforderungen erf\u00fcllen:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote\"><p>1.hauptberufliche Leitung der Schule durch eine p\u00e4dagogisch qualifizierte Person mit einer abgeschlossenen Hochschulausbildung auf Master- oder vergleichbarem Niveau,<\/p><p><\/p><p>2.Nachweis einer im Verh\u00e4ltnis zur Zahl der Ausbildungspl\u00e4tze angemessenen Zahl fa<strong>chlich und p\u00e4dagogisch qualifizierter Lehrkr\u00e4fte mit entsprechender, insbesondere pflegep\u00e4dagogischer, abgeschlosse-<br>ner Hochschulausbildung auf Master- oder vergleichbarem Niveau <\/strong>f\u00fcr die Durchf\u00fchrung des theoretischen Unterrichts sowie mit entsprechender, insbesondere pflegep\u00e4dagogischer, abgeschlossener<br>Hochschulausbildung f\u00fcr die Durchf\u00fchrung des<br>praktischen Unterrichts[&#8230;]<\/p><p>(Abbildung 2 Pflegeberufegesetz,2017,BMG)<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Also haben wir bis jetzt \u2013 strukturell verbesserte Ausbildungsformen, fraglichen Nutzen f\u00fcr Alten- und Krankenpflege in den Themenbereichen und einen Arbeitnehmer der flexibel einsetzbar ist. Dagegen spricht eine m\u00f6gliche Oberfl\u00e4chlichkeit der behandelnden Themen, der Wunsch einen Beruf zu w\u00e4hlen und ein Studiengang, f\u00fcr dessen Auslegung die L\u00e4nder zust\u00e4ndig sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Bleibt noch der gef\u00fchlt gr\u00f6\u00dfte Verlierer der Generalistik \u2013 die Kinderkrankenpflege. Wenn man die Themenbereiche sieht, die sich in alten-&amp;Krankenpflege \u00fcberschneiden, mag die Generalitik m\u00f6glich sein. Bei der Kinderkrankenpflege fehlt eine solche \u00dcberschneidung \u2013 beginnend mit Entwicklung, den speziellen Krankheitsbildern, angeborenen Fehlbildungen, chronischen Erkrankungen bei Kindern, Versorgung von Kindern im ambulanten (Intensiv)Pflegebereich, Status der Eltern in der Versorgung und Therapie, ethische \u00dcberlegungen durch die gesetzliche \u201eUnm\u00fcndigkeit\u201c der Kinder. Die Liste ist lang. Die \u00dcberschneidungen klein. \u00dcberall in den Lerneinheiten finden sich zwar kleine Anmerkungen zur pflegerischen Versorgung der p\u00e4diatrischen Patienten, es ist aber quasi nichts im Vergleich zur Ausbildung \u201eGesundheits- und Kinderkrankenpflege\u201c, in der es eigene Lerneinheiten zur \u201ePflege von Kindern mit (f\u00fcgen Sie hier Organsystem und Erkrankung ein)\u201c. Zus\u00e4tzlich zu der theoretischen \u00c4nderungen, wurden auch die praktischen Stunden gek\u00fcrzt. Von 700 Praxisstunden auf Trommelwirbel 120h !<\/p>\n\n\n\n<p>Und weil das ja nicht reicht an Qualit\u00e4t, gibt es noch die M\u00f6glichkeit, diesen ausufernden Einsatz \u201ein den speziellen Bereichen der p\u00e4diatrischen Versorgung und der allgemein-, geronto-, kinder- oder jugendpsychiatrischen Versorgung sowie weitere Eins\u00e4tze k\u00f6nnen auch in anderen, zur Vermittlung der Ausbildungsinhalte geeigneten Einrichtungen durchgef\u00fchrt werden.(Bundesministerium f\u00fcr Justiz, PflBG 2017) Spoiler = das kann auch eine Kita oder eine Kinderarztpraxis sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Und jetzt kurzes Gedankenspiel meinerseits<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed-twitter wp-block-embed is-type-rich is-provider-twitter\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<blockquote class=\"twitter-tweet\" data-width=\"550\" data-dnt=\"true\"><p lang=\"de\" dir=\"ltr\">CN Kinder Geburt Krankheit <br><br>&amp; dazu noch eine genealistisch ausgebildete Pflegekraft <br><br>Viel Gl\u00fcck liebe Fr\u00fchgeburt\/Neugeborenes mit Anpassungsst\u00f6rungen\/Asphyxie(Sauerstoffunterversorgung unter Geburt)\/Notsectio<a href=\"https:\/\/twitter.com\/hashtag\/pflegenotstand?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw\">#pflegenotstand<\/a> <a href=\"https:\/\/twitter.com\/hashtag\/kinderkrankenpflege?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw\">#kinderkrankenpflege<\/a> <a href=\"https:\/\/t.co\/OwFMFHTYun\">https:\/\/t.co\/OwFMFHTYun<\/a><\/p>&mdash; \ud83d\udd34Medizinp\u00e4dagogin mit Pflegehintergrund (@LHippiemaedchen) <a href=\"https:\/\/twitter.com\/LHippiemaedchen\/status\/1282031145308360704?ref_src=twsrc%5Etfw\">July 11, 2020<\/a><\/blockquote><script async src=\"https:\/\/platform.twitter.com\/widgets.js\" charset=\"utf-8\"><\/script>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<p>Ohne ein Konzept f\u00fcr eine Spezialisierung ggf. auch mit einer Weiterbildung nach der Grundausbildung sehe ich pers\u00f6nlich ziemlich d\u00fcster in die Zukunft der p\u00e4diatrischen und neonatologischen Versorgung. Wird da was kommen? Vermutlich nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Stattdessen bieten jetzt immer weniger Schulen tats\u00e4chlich die Spezialisierungen an. Die Farce daran? Der Passus der \u00dcberpr\u00fcfung im Gesetz<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDas Bundesministerium f\u00fcr Familie, Senioren, Frauen und Jugend und das Bundesministerium f\u00fcr Gesundheit ermitteln bis zum 31. Dezember 2025, welcher Anteil der Auszubildenden das Wahlrecht nach \u00a7 59 Absatz 2 (Kinderkrankenpflege \u2013 Anmerkung der Autorin) einerseits und nach \u00a7 59 Absatz 3 (Altenpflege- Anmerkung der Autorin) andererseits ausge\u00fcbt hat.\u201c (Bundesministerium f\u00fcr Justiz, PflBG 2017).<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed-twitter wp-block-embed is-type-rich is-provider-twitter\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<blockquote class=\"twitter-tweet\" data-width=\"550\" data-dnt=\"true\"><p lang=\"de\" dir=\"ltr\">Was ist das eigentlich f\u00fcr eine Farce,dass der Gesetzgeber 2025 \u00fcberpr\u00fcfen will,wieviel sich f\u00fcr die Spezialisierung <a href=\"https:\/\/twitter.com\/hashtag\/kinderkrankenpflege?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw\">#kinderkrankenpflege<\/a> entschieden hat&amp;es wird(hier im Rheinland)quasi nirgendwo angeboten? <br>&quot;Oh keiner w\u00e4hlt einen nicht vorhandenen Ausbildungszweig?<\/p>&mdash; \ud83d\udd34Medizinp\u00e4dagogin mit Pflegehintergrund (@LHippiemaedchen) <a href=\"https:\/\/twitter.com\/LHippiemaedchen\/status\/1296129015460376576?ref_src=twsrc%5Etfw\">August 19, 2020<\/a><\/blockquote><script async src=\"https:\/\/platform.twitter.com\/widgets.js\" charset=\"utf-8\"><\/script>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<p>So. Nochmal \u00fcberlegen, warum hat der Gesetzgeber das gemacht? Anpassung an EU Richtlinien? Ok. \u00dcberschneidungen Alten- und Krankenpflegeausbildung? Ok. Ansehen der Ausbildung erh\u00f6hen\u2026w\u00e4re m\u00f6glich gewesen \u2013 h\u00e4tte man sich wirksam an die gro\u00dfen Bretter gewagt. Anforderungen an die Azubis hoch, nicht runter! Studium auch im Gesetz besser gestalten und Berufsfelder danach kl\u00e4ren (mehr Kompetenzen, mehr Zust\u00e4ndigkeiten, mehr Lohn!). Spezialisierung f\u00f6rdern, ggf. auch mit Weiterbildungen \u2013 dann mehr Kompetenzen, mehr Zust\u00e4ndigkeiten, mehr Lohn!<\/p>\n\n\n\n<p>So bleibt die Generalistik gut gedacht, aber nicht gut gemacht und weiter mit dem Geschm\u00e4ckle, nur schnell oberfl\u00e4chlich ausgebildetes Personal zu generieren, \u00fcber dass man aufgrund des Fraimings \u201eAllesk\u00f6nner\u201c flexibel einsetzten kann. Ob das zu mehr Personal oder Qualit\u00e4t f\u00fchrt\u2026ich glaube es nicht. Und ihr?<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-container-3 wp-block-group\"><div class=\"wp-block-group__inner-container\">\n<div class=\"wp-container-2 wp-block-group\"><div class=\"wp-block-group__inner-container\">\n<div class=\"wp-container-1 wp-block-group\"><div class=\"wp-block-group__inner-container\">\n<h3>Literatur <\/h3>\n\n\n\n<p>Ammende, R.(2016) Historie der Pflegeausbildung, CNE.Fortbildung, 5\/2016, Thieme Verlag, Stuttgart <\/p>\n\n\n\n<p>Bundesministerium f\u00fcr Justiz, Bundesministerium f\u00fcr Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Bundesministerium f\u00fcr Gesundheit (2017),Gesetz \u00fcber die Pflegeberufe&nbsp;(Pflegeberufegesetz \u2013 PflBG) <a href=\"http:\/\/www.gesetze-im-internet.de\/pflbg\/BJNR258110017.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">http:\/\/www.gesetze-im-internet.de\/pflbg\/BJNR258110017.html<\/a> <\/p>\n\n\n\n<p>Destatis Diagnosedaten der Krankenh\u00e4user ab 2000 (Eckdaten der vollstation\u00e4ren Patienten und Patientinnen). Gliederungsmerkmale: Jahre, Behandlungs-\/Wohnort, ICD10 <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.gbe-bund.de\/oowa921-install\/servlet\/oowa\/aw92\/dboowasys921.xwdevkit\/xwd_init?gbe.isgbetol\/xs_start_neu\/&amp;p_aid=i&amp;p_aid=30864999&amp;nummer=550&amp;p_sprache=D&amp;p_indsp=99999999&amp;p_aid=84163069\" target=\"_blank\">http:\/\/www.gbe-bund.de\/oowa921-install\/servlet\/oowa\/aw92\/dboowasys921.xwdevkit\/xwd_init?gbe.isgbetol\/xs_start_neu\/&amp;p_aid=i&amp;p_aid=30864999&amp;nummer=550&amp;p_sprache=D&amp;p_indsp=99999999&amp;p_aid=84163069<\/a> <\/p>\n\n\n\n<p>G\u00f6rres et al. (2003) Modellprojekt \u201eIntegrierte Pflegeausbildung in Bremen\u201c Pflege &amp; Gesellschaft, 8.Jahrgang, Nr.2\/2003 Kaleve (2015) Generalistische Pflegeausbildung: Das sagen die Verb\u00e4nde, Die Pflegebibel <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/die-pflegebibel.de\/2015\/12\/16\/generalistische-pflegeausbildung-das-sagen-die-verbaende\/\" target=\"_blank\">https:\/\/die-pflegebibel.de\/2015\/12\/16\/generalistische-pflegeausbildung-das-sagen-die-verbaende\/<\/a> <\/p>\n\n\n\n<p>St\u00f6cker, DBfK (2015) Pressemitteilung, DbfK, Berlin <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.verbaende.com\/\/news.php\/Ausbildungsreform-in-der-Pflege-auf-dem-Weg?m=107227\" target=\"_blank\">https:\/\/www.verbaende.com\/\/news.php\/Ausbildungsreform-in-der-Pflege-auf-dem-Weg?m=107227<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Karl-Heinz Sahmel<\/strong>(2010)\u00a0\u201eWohin steuert die Pflegeausbildung? Eine kritische Auseinandersetzung mit aktuellen Modellprojekten. Referat auf der Fachtagung der Bundesagentur f\u00fcr Arbeit und der Metropolregion Rhein-Neckar &#8222;Zukunft der Pflegeberufe &#8211; Impulse zur Deckung des k\u00fcnftigen Fachkr\u00e4ftebedarfs&#8220; am 01.12.2010 im SRH Seminarzentrum Heidelberg, http:\/\/www.arbeitsagentur.de\/Dienststellen\/RD-BW\/Mannheim\/Metropolregion\/Publikation\/Referat-Prof-Dr-Karl-Heinz-Sahmel.pdf<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Ottawa-Charta(1986) https:\/\/www.euro.who.int\/de\/publications\/policy-documents\/ottawa-charter-for-health-promotion,-1986<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">Titelbild von <a href=\"https:\/\/pixabay.com\/de\/users\/Engin_Akyurt-3656355\/?utm_source=link-attribution&amp;utm_medium=referral&amp;utm_campaign=image&amp;utm_content=2701154\">Engin Akyurt<\/a> auf <a href=\"https:\/\/pixabay.com\/de\/?utm_source=link-attribution&amp;utm_medium=referral&amp;utm_campaign=image&amp;utm_content=2701154\">Pixabay<\/a><\/p>\n<\/div><\/div>\n<\/div><\/div>\n<\/div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn man in Deutschland Arbeitnehmer*innen in der Pflege fragt, wie ihre korrekte Berufsbezeichnung lautet, kann es mitunter dazu kommen, dass man ganz unterschiedliche Antworten bekommt. 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