{"id":576,"date":"2021-05-12T00:00:00","date_gmt":"2021-05-11T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/diepflege.org\/?p=576"},"modified":"2022-05-12T19:31:13","modified_gmt":"2022-05-12T17:31:13","slug":"tag-der-pflegenden-2021-was-wir-tun","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/diepflege.org\/?p=576","title":{"rendered":"Tag der Pflege|nden 2021 &#8211; Was wir tun"},"content":{"rendered":"\n<p>Pflege ist ein interessanter und sehr vielseitiger Beruf. Und meist ist es nicht der Beruf sondern die Arbeitsumst\u00e4nde, die in den Pflexit oder eine Neuorientierung f\u00fchren. Zum Internationalen Tag der Professionell Pflegenden wollen wir weder Helden*innen noch Geschunde sein sondern Fachkr\u00e4fte. Darum haben wir eine kleine Ausrisse aus verschiedenen klassischen Arbeitsbereichen und Beschreibungen eines normalen Arbeitstages gesammelt.<\/p>\n\n\n\n<h2>Die zentrale Notaufnahme<\/h2>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" width=\"680\" height=\"454\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/diepflege.org\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/ambulance-4775935_1920.jpg?resize=680%2C454&#038;ssl=1\" alt=\"\" class=\"wp-image-619\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/diepflege.org\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/ambulance-4775935_1920.jpg?resize=1024%2C683&amp;ssl=1 1024w, https:\/\/i0.wp.com\/diepflege.org\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/ambulance-4775935_1920.jpg?resize=300%2C200&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/diepflege.org\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/ambulance-4775935_1920.jpg?resize=768%2C512&amp;ssl=1 768w, https:\/\/i0.wp.com\/diepflege.org\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/ambulance-4775935_1920.jpg?resize=1536%2C1024&amp;ssl=1 1536w, https:\/\/i0.wp.com\/diepflege.org\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/ambulance-4775935_1920.jpg?w=1920&amp;ssl=1 1920w, https:\/\/i0.wp.com\/diepflege.org\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/ambulance-4775935_1920.jpg?w=1360&amp;ssl=1 1360w\" sizes=\"(max-width: 680px) 100vw, 680px\" data-recalc-dims=\"1\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Zuerst einmal die generellen Abl\u00e4ufe: Die Notaufnahme besteht aus 2 Bereichen. Erstens die Triagen (ja, diesen Begriff gab es vor Corona schon), hier werden Patienten von einer Pflegekraft nach Behandlungsdringlichkeit eingesch\u00e4tzt egal ob sie zu Fu\u00df oder mit dem Rettungsdienst kommen. Wir, in meinem Haus, benutzen daf\u00fcr das sogenannte \u201eManchester System\u201c, dieses besteht aus 5 Stufen: Blau, gr\u00fcn, gelb, orange, rot. Dies geschieht durch eine grobe Erstuntersuchung und eine Anamnese. Hierf\u00fcr ist eine Pflegekraft mit Fachweiterbildung oder Arbeitserfahrung die komplette Schicht zust\u00e4ndig. Den Rest erledigen wir Pflegekr\u00e4fte in den Behandlungsr\u00e4umen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir erheben eine zweite Anamnese, untersuchen rudiment\u00e4r soweit es unsere Erfahrung und Fachkenntnisse zulassen, nehmen Blut ab, legen einen Venenzugang, erheben Vitalzeichen, sehen uns das Problem an &#8211; was in der chirurgischen Notaufnahme meist Wunden, Br\u00fcche, Schmerzen etc. sind &#8211; und teilen die Patienten einem der \u00c4rzte zu. Dieser \u00fcbernimmt dann die weitere Untersuchung und ordnet Diagnostik an.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir sind als Pflegekr\u00e4fte in der Notaufnahme die Vorbereiter, das hei\u00dft wir organisieren die Diagnostik, die weitere Behandlung, die n\u00f6tige Versorgung im Sinne von Blutentnahme, Urindiagnostik, Medikamentengabe, Schienen, Gipsen, wir legen Katheter, Magensonden, \u00dcberwachen an Monitoren und machen nat\u00fcrlich weiterhin Patientenbeobachtung und eventuell eine Folgeeinsch\u00e4tzung.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Patientenklientel ist vielseitig und wir d\u00fcrfen uns zu keinem Zeitpunkt auf Angaben beziehungsweise Beobachtungen Anderer verlassen, da gerade durch die schnelle Fluktuation und das Durchreichen der zu behandelnden Patienten Fehler, z.B. das \u00dcbersehen von Symptomen oder Anzeichen f\u00fcr Erkrankungen, jederzeit m\u00f6glich sind. Au\u00dferdem muss man immer den \u00dcberblick behalten \u00fcber die Verf\u00fcgbarkeit von \u00c4rzten, Behandlungsm\u00f6glichkeiten, Utensilien sowie auch von rein physischen Platz f\u00fcr weitere Patienten, da gewisse Verletzungsmuster oder Erkrankungen zeit- oder platzintensiver sind<\/p>\n\n\n\n<p>Ebenso m\u00fcssen wir einsch\u00e4tzen, ob gewisse Fachrichtungen informiert werden m\u00fcssen, die wir in der Notaufnahme nicht physisch haben. Sprich wir organisieren Konsile und Verlegungen an oder in den betreffenden Fachbereich.<\/p>\n\n\n\n<p>Zudem sind wir, beziehungsweise ein Kollege, jederzeit auf Abruf f\u00fcr einen sogenannten Schockraum.<\/p>\n\n\n\n<h4>Der Schockraum<\/h4>\n\n\n\n<p>ist der Raum, in den Patienten mit h\u00f6chster Priorisierungsgruppe direkt in die Notaufnahme, meist hinter dem R\u00fccken der wartenden Patienten, \u00fcber einen extra Zugang eingeschleust werden. Paradebeispiel hierf\u00fcr sind sogenannte Polytraumen, sprich, Patienten mit komplizierten oder schweren Verletzungsmustern wie zum Beispiel Verkehrsunf\u00e4lle, Gewaltopfer, Vital bedrohte Patienten, die bereits reanimiert sind oder werden, hier finden sich schnell 10 &#8211; 14 verschiedene \u00c4rzte und Mitarbeiter verschiedener Fachbereiche zusammen. Ein Computertomograph zur schnellen Diagnostik und alles was man ben\u00f6tigt, um einen Patienten soweit vital stabil zu machen um ihn z.B. in den OP oder direkt auf eine Intensivstation zu bringen.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Schnitt haben wir pro Tag an guten Tagen 40 bis 70 Patienten. Das kann allerdings auch schnell hundert bis 120 Patienten \u00fcbersteigen. Der Gro\u00dfteil (leider Gottes) der Patienten ist und bleibt letztendlich eigentlich Arbeit, die auch ein Hausarzt erledigen k\u00f6nnte, jedoch ist dies sehr tr\u00fcgerisch. Auch in der Notaufnahme kommen oft die schwersten F\u00e4lle zu Fu\u00df. Hier besteht die Kunst daraus, auf kleine aber sehr feine Ungereimtheiten zu achten und die schweren Symptome heraus zu filtern.<\/p>\n\n\n\n<h4>Immer wieder \u00fcberraschend<\/h4>\n\n\n\n<p>Die Lage sowie auch die Stimmung kippt in der Notaufnahme von einer Sekunde auf die andere. Ein Notfall k\u00fcndigt sich selten an. Die Pflegerische Kunst in der Notaufnahme besteht letztendlich darin, Patienten gut einsch\u00e4tzen zu k\u00f6nnen, ihre Erkrankung nach Schwere einteilen zu k\u00f6nnen, gut und schnell zu disponieren um einen guten Ablauf und vor allem einen m\u00f6glichst kurzen Aufenthalt f\u00fcr die Patienten zu gew\u00e4hrleisten, da in der Notaufnahme nat\u00fcrlich nur das N\u00f6tigste f\u00fcr einen Patienten getan werden kann. Es ist nicht gerade einfach f\u00fcr \u00fcber 10 \u2013 30 Patienten, die man zum Teil in der Notaufnahme hat, auf einmal den \u00dcberblick zu behalten. Dies ist jedoch essenziell. Ebenso muss man in Schockr\u00e4umen fokussieren k\u00f6nnen, sich mit Extremsituationen auseinandersetzen. Dazu kommen nat\u00fcrlich Geduld, ein guter Patientenkontakt, es ist sehr wichtig, individuelle Behandlung zu ber\u00fccksichtigen, ethische, moralische, altersentsprechende und situative Sensibilit\u00e4t zu haben, um jedem Patienten einen m\u00f6glichst angenehmen und kurzen Aufenthalt mit einem erfolgreichen oder bestm\u00f6glichem Outcome zu gew\u00e4hrleisten.<\/p>\n\n\n\n<p>Hierbei immer Verst\u00e4ndnis zu zeigen, Geduld zu haben und jeden gleich zu behandeln, ist die Kunst. So schwer es fallen mag, wenn man 5 schwerkranke Menschen in der Notaufnahme hat und ein Patient, der seit Ewigkeiten h\u00e4tte zum Hausarzt gehen k\u00f6nnen, nach 30 Minuten Wartezeit im Wartebereich ausf\u00e4llig wird. Letztendlich ist aber genau dies der kurze Patientenkontakt, indem man den Patienten die Angst und Schmerzen nehmen und Sicherheit und Perspektiven geben kann. F\u00fcr mich das Sch\u00f6nste an der Notaufnahme sind F\u00e4lle wie Br\u00fcche, Blinddarmentz\u00fcndungen usw., denn der Erfolg liegt quasi auf der Hand und man sieht, was man geschafft und geleistet hat.<\/p>\n\n\n\n<h2>Unfallchirurgie\/Orthop\u00e4die<\/h2>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" width=\"680\" height=\"477\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/diepflege.org\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/wheelchair-1629490_1920_klimkin.jpg?resize=680%2C477&#038;ssl=1\" alt=\"\" class=\"wp-image-579\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/diepflege.org\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/wheelchair-1629490_1920_klimkin.jpg?resize=1024%2C718&amp;ssl=1 1024w, https:\/\/i0.wp.com\/diepflege.org\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/wheelchair-1629490_1920_klimkin.jpg?resize=300%2C210&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/diepflege.org\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/wheelchair-1629490_1920_klimkin.jpg?resize=768%2C539&amp;ssl=1 768w, https:\/\/i0.wp.com\/diepflege.org\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/wheelchair-1629490_1920_klimkin.jpg?resize=1536%2C1078&amp;ssl=1 1536w, https:\/\/i0.wp.com\/diepflege.org\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/wheelchair-1629490_1920_klimkin.jpg?w=1920&amp;ssl=1 1920w, https:\/\/i0.wp.com\/diepflege.org\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/wheelchair-1629490_1920_klimkin.jpg?w=1360&amp;ssl=1 1360w\" sizes=\"(max-width: 680px) 100vw, 680px\" data-recalc-dims=\"1\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Auf Unfall\/Ortho gibt es zwar typische Erkrankungen aber nicht den &#8222;typischen Patienten&#8220;, alle Altersschichten sind vertreten. Ob das Sprunggelenk beim Sport, der Arm beim Sturz von der Steige, der Schenkelhals weil man den Teppich aber jetzt endlich mal aus der Wohnung haben wollte &#8211; alles, wirklich ALLES kann brechen. Im Haushalt passieren die meisten Unf\u00e4lle. Hinzu kommt das Ersetzen von Gelenken &#8211; klassische Orthop\u00e4die &#8211; wenn ein Trauma oder Abbauprozesse des Alters die Bewegung schmerzhaft und schwer gemacht haben.<\/p>\n\n\n\n<p>In vielen Einrichtungen f\u00fchlen sich auch Hand- und Plastische Chirurgen auf diesen Stationen wohl und quartieren sich mit ein. Und Verbrennungen sind eine besondere Aufgabe! Nicht umsonst gibt es f\u00fcr schwerste Brandopfer eigene Spezialkliniken an einigen Orten in Deutschland.<\/p>\n\n\n\n<h4>Auf die Bewegung kommt es an<\/h4>\n\n\n\n<p>Gehen wir nun davon aus, dass ein Arm oder ein Bein oder gar beides (!) nicht im gewohnten Ma\u00dfe benutzt werden k\u00f6nnen. Besonders schwer wird es bei Verletzung und Beeintr\u00e4chtigung der unteren Extremit\u00e4ten. Denn wer nicht gut zu Fu\u00df ist, kann sich nicht mal eben eine Limo aus dem K\u00fchlschrank holen und Toiletteng\u00e4nge (das leidigste aller Pflegethemen m\u00f6chte man meinen) werden aufgeschoben, sind aber nicht vermeidbar. Und HIER kommen WIR ins Spiel.<\/p>\n\n\n\n<p>Nat\u00fcrlich machen die reinen &#8222;Boteng\u00e4nge&#8220; den gr\u00f6\u00dften Teil des Tages aus (ich komme selten unter 15.000 Schritte pro Tagschicht) die Spreu vom Weizen trennt sich aber bei den ATLs (Aktivit\u00e4ten des t\u00e4glichen Lebens). So wird am Morgen nicht die viel zitierte &#8222;Waschstra\u00dfe&#8220; angeworfen, nein, es geht um <strong>Ressourcen, Ressourcen, Ressourcen<\/strong>. Wer mobilisiert werden kann, wird mobilisiert &#8211; und Mobilisieren l\u00e4sst sich mit der richtigen Technik und Hilfsmitteln fast jede*r. Rund ein Dutzend unterschiedliche St\u00fctzen, St\u00fchle, Korsetts, Str\u00fcmpfe und Orthesen gibt es. Dazu m\u00fcssen noch jede Menge Unterarten und Modelle beherrscht und fachgerecht angelegt, eingestellt, angeleitet werden. Gleichzeitig werden nebenan Bemmen und Br\u00f6tchen vorbereitet f\u00fcr diejenigen, die es nicht selbst k\u00f6nnen. Niemand soll vor dem vollen Teller verhungern, nur weil eine Hand oder ein Arm beim Anrichten nicht mitspielen. Wasserkr\u00fcge werden gef\u00fcllt wie auf dem Oktoberfest. Wer Durst hat, aber nicht bis zum Wasserspender kommt, braucht diese Hilfe. Eine Morgenrunde auf Unfall\/Ortho ist entspannt und hektisch wie ein Stau auf der A7.<\/p>\n\n\n\n<p>Der ganze Pflegeplan ist strukturiert in: Ich helfe, ich unterst\u00fctze, ich leite an, ich begleite, jeden Tag ein bisschen weniger bis zum Erreichen relativer Selbstst\u00e4ndigkeit oder dem maximal realistischem Ziel. Denn auch Vorerkrankte und Menschen mit chronisch hohem Pflegeaufwand haben Unf\u00e4lle.<\/p>\n\n\n\n<h4>Glatt, reizlos und rosig<\/h4>\n\n\n\n<p>Wo operiert wird, da sind Wunden. OP-Wunden sind &#8222;wundersch\u00f6n&#8220;, da mit \u00e4rztlicher Kunst in Form geschnitten und sauber vern\u00e4ht. Schwierig wird es bei septischen Wunden, wenn vielleicht vorher schon klar war, dass unter der Haut Keime toben. Da wird mit schwerem Verbandsmaterial, besonderen Auflagen und Hautschutz alles getan, dass die Wunde heilt aber Mazeration und andere Komplikationen schnell erkannt werden. Und Tr\u00fcmmerbr\u00fcche! &#8222;Fixateur externa&#8220; klingt nicht nur wie ein episches Metalalbum, wer das Gestell, das Knochentr\u00fcmmer zum Heilen in Position h\u00e4lt, einmal gesehen hat, hat sofort Respekt. Die Infektionsgefahr ist hier recht gro\u00df und ein ordentliches, sauberes, so steril wie m\u00f6gliches Arbeiten Pflicht! Pflege kann jeder? &#8222;Jeder&#8220; kann h\u00f6chstens f\u00fcr die aufw\u00e4ndige und lange Prozedur das Bein hochhalten. Hier sind Wissen, K\u00f6nnen und Gr\u00fcndlichkeit gefragt.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei all dem Gewusel, der Vielfalt, dem Blut und dem Schweiss muss ich dennoch sagen: Unfall\/Ortho ist ein sehr &#8222;erf\u00fcllender&#8220; Bereich. Es ist die Regel, dass nach harter Arbeit die Patienten*innen in einem besseren Zustand nach Hause gehen(!) als sie gekommen sind.<\/p>\n\n\n\n<h2>Altenpflege &#8211; Mehr als nur Bettpfannen<\/h2>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" width=\"680\" height=\"436\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/diepflege.org\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/couple-3790756_1920.jpg?resize=680%2C436&#038;ssl=1\" alt=\"\" class=\"wp-image-639\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/diepflege.org\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/couple-3790756_1920.jpg?resize=1024%2C657&amp;ssl=1 1024w, https:\/\/i0.wp.com\/diepflege.org\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/couple-3790756_1920.jpg?resize=300%2C192&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/diepflege.org\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/couple-3790756_1920.jpg?resize=768%2C492&amp;ssl=1 768w, https:\/\/i0.wp.com\/diepflege.org\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/couple-3790756_1920.jpg?resize=1536%2C985&amp;ssl=1 1536w, https:\/\/i0.wp.com\/diepflege.org\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/couple-3790756_1920.jpg?w=1920&amp;ssl=1 1920w, https:\/\/i0.wp.com\/diepflege.org\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/couple-3790756_1920.jpg?w=1360&amp;ssl=1 1360w\" sizes=\"(max-width: 680px) 100vw, 680px\" data-recalc-dims=\"1\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Als ich vor 20 Jahren meine Ausbildung angefangen habe, war die Altenpflege noch ganz anders. Der Begriff \u201eFeierabendheime\u201c war fr\u00fcher in der DDR gel\u00e4ufig und so waren die Bewohner*innen einfach \u00e4ltere Menschen, die nicht alleine wohnen wollten. Pflegebatterien wie in der b\u00f6sen Presse und von vorlauten Skandalautoren beschrieben gibt es leider wirklich, doch meistens besteht ein Haus aus einem guten Mix aus R\u00fcstigen, Bewohnern mit Unterst\u00fctzungsbedarf, Dementen, Pflegehochaufw\u00e4ndigen und allem was es dazwischen so gibt.<\/p>\n\n\n\n<h4>F\u00fcr Frau M\u00fcller ohne Zucker<\/h4>\n\n\n\n<p>Das Angenehme ist die Best\u00e4ndigkeit. Man kennt \u201eseine\u201c die Herren und Damen meist \u00fcber viele Jahre. Man wei\u00df, wie sie gestrickt sind, bei welchen Angeh\u00f6rigen man etwas aufpassen muss und wo ein deutliches Wort gut ankommt. Wie man Frau Herzlich in einer durchg\u00e4ngigen, deliranten Phase wieder beruhigen kann. Wer zuerst an sich selbst denkt, wem warten nichts ausmacht. Wer wie k\u00f6rperlich, moralisch und seelisch drauf ist. Best\u00e4ndigkeit spielt eine gro\u00dfe Rolle in der station\u00e4ren Altenpflege und doch gibt es fast t\u00e4glich \u00dcberraschungen \u2013 gute und b\u00f6se, auf die dann ordentlich reagiert werden muss.<\/p>\n\n\n\n<p>Man darf dabei nie vergessen: Die Menschen sind nicht tempor\u00e4re Kunden (auch wenn dieses Wort in anderem Kontext genauso auch so gesagt wird) sondern sie wohnen hier. Man nimmt nicht nur am Pflegebedarf und der -Versorgung teil, man teilt auch die \u00c4ngste und Sorgen des Alltags. Umgekehrt wiederum ist es immer wieder s\u00fc\u00df, was sich manche Bewohner f\u00fcr einen einfallen lassen. \u201eSie husten heute so viel, Schwester, ich habe gestern Bonbons gekauft, die helfen sehr gut\u201c. Ja, es wird niemand eingesperrt. Wer einkaufen gehen m\u00f6chte, geht einkaufen. Wer auf ein Konzert m\u00f6chte, kann dies tun (Hansi Hinterseher, der alte Herzensbrecher!)<\/p>\n\n\n\n<p>V\u00f6llig anders als im Krankenhaus ist bei uns die Informationssammlung &#8211; z.B. die &#8222;Strukturierte Informationssammlung&#8220; (SIS). Es wird viel mit Biographien gearbeitet &#8211; was hat den Menschen ausgemacht? Auch v\u00f6llig anders: Alles, wirklich ALLES ist personalisiert. Die Tabletten, die Hilfsmittel, die Pflegeartikel vom Rollstuhl bis zur Hautcreme. Einen gemeinsamen Fundus gibt es nicht. Im Heim gibt es zudem keinen festen Arzt, die Bewohner haben weiterhin freie Wahl und so verbringt man neben der Arbeit am Patienten auch sehr viel Zeit am Telefon. Gespr\u00e4che mit Angeh\u00f6rigen, mit \u00c4rzten, dies geht aus, daf\u00fcr brauchen wir ein Rezept, daf\u00fcr brauchen wir eine Unterschrift.<\/p>\n\n\n\n<h4>Herz alleine reicht nicht<\/h4>\n\n\n\n<p>So nett und angenehm und herzig das klingt, dies alles bedeutet Arbeit. Beobachtung, Planung, Evaluation. Pflegerisch kommen auf einen Bewohner oft eine ganze Latte Prophylaxen um Gesundheit und Resscourcen zu erhalten, im besten Fall zu verbessern. Unterschiedlichste Verb\u00e4nde, wegen der Gef\u00e4\u00dfe, wegen des Diabetes und so weiter. Nicht wie im Krankenhaus \u2013 OP, Wunde, Pflaster drauf \u2013 wie fast alles im Pflegeheim sind es chronische Probleme mit dauerhaften Pflegeprozessen. Und nat\u00fcrlich begleiten wir unsere Senioren auch bis zum Ende.<\/p>\n\n\n\n<p>Dazu so triviale Dinge wie: Essen reichen f\u00fcr f\u00fcnf Patienten mit nur zwei H\u00e4nden, alle zw\u00f6lf Bewohner am Liebsten auf einmal am Morgen unterst\u00fctzen, die sich allesamt nach dem Aufstehen langweilen und gerne die Ersten w\u00e4ren. Daf\u00fcr braucht man viele H\u00e4nde. Und im Kosmos der Pflegeberufe ist Altenpflege nicht sonderlich beliebt. Wir gelten als Arschabwischer und die berufliche Resterampe. Es wird seit Jahren versucht, Teile des Pflegeberufs an Laien auzulagern, viele Arbeitskr\u00e4fte sind schnell umgelernte Hilfskr\u00e4fte, das alles um Kosten zu sparen. Heimpl\u00e4tze sind teuer.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir brauchen daf\u00fcr eine L\u00f6sung. Bald! Die Gesellschaft wird \u00e4lter und ohne Fachkr\u00e4fte und ein funktionierendes Finanzierungssystem wird station\u00e4re Langzeitpflege unm\u00f6glich!<\/p>\n\n\n\n<h2>Funktionsbereich &#8211; Was ist eine &#8222;normale&#8220; Situation(?)<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><em>Spoiler: dieser Text ist mit Ironie und Leichtigkeit geschrieben um auch User au\u00dferhalb der Pflege-Bubble zu erreichen. \ud83d\ude09<\/em><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" width=\"680\" height=\"381\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/diepflege.org\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/flickrVictor-Chapa-e1620665082893-1024x573.jpg?resize=680%2C381&#038;ssl=1\" alt=\"\" class=\"wp-image-622\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/diepflege.org\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/flickrVictor-Chapa-e1620665082893.jpg?resize=1024%2C573&amp;ssl=1 1024w, https:\/\/i0.wp.com\/diepflege.org\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/flickrVictor-Chapa-e1620665082893.jpg?resize=300%2C168&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/diepflege.org\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/flickrVictor-Chapa-e1620665082893.jpg?resize=768%2C430&amp;ssl=1 768w, https:\/\/i0.wp.com\/diepflege.org\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/flickrVictor-Chapa-e1620665082893.jpg?resize=1536%2C860&amp;ssl=1 1536w, https:\/\/i0.wp.com\/diepflege.org\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/flickrVictor-Chapa-e1620665082893.jpg?w=2048&amp;ssl=1 2048w, https:\/\/i0.wp.com\/diepflege.org\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/flickrVictor-Chapa-e1620665082893.jpg?w=1360&amp;ssl=1 1360w\" sizes=\"(max-width: 680px) 100vw, 680px\" data-recalc-dims=\"1\" \/><figcaption>(cc)-by-sa Victor Chapa<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>It begins<br>Joah<br>Teufelkreislauf!<\/p>\n\n\n\n<p>Beginnen wir am Anfang. Funktionsbereich bedeutet in erster Linie \u201eMoney\u201c f\u00fcrs Krankenhaus. Deswegen sollte es auch hier einfach fluppen. Nun mal zu einem beispielhaften Arbeitstag aus dem Funktionsbereich Endoskopie. K\u00f6nnte aber auch Herzkatheter sein. <br>Ein Mitarbeiter regelt am Morgen die Verteilung der Endoskope f\u00fcr die bislang angegebenen Untersuchungen der Patienten (kann in 5 Minuten wieder anders sein) und versucht schon mal die ersten Patienten von Station abzurufen, damit man p\u00fcnktlich beginnen kann. Hier kann es schon verzwickt werden wenn die Computer nicht funktionieren oder die Telefone nicht abgenommen werden, oder es dann zum \u00c4u\u00dfersten kommt und der Patient <br>a) nicht n\u00fcchtern ist (gelassen wurde &#8211; Kommunikationsproblem)<br>b) keine \u00e4rztliche Aufkl\u00e4rung vorliegt<br>c) der Patient am Vortag entlasse wurde oder<br>d) in der Nacht verstarb.<br>Dann beginnt die Anruferei von vorne und das kann bereits vor 8 Uhr dezent frustrieren. <\/p>\n\n\n\n<p>Hiervon ausgenommen sind nat\u00fcrlich Notf\u00e4lle von Patienten, die auf (Intensiv)Station liegen oder direkt aus der Notaufnahme kommen. Die werden selbstredend noch zeitnaher versorgt und somit wird langsam verst\u00e4ndlich weshalb der am Morgen um 7 Uhr ausgedruckte Plan um 7:05 Uhr schon wieder hinf\u00e4llig ist.<\/p>\n\n\n\n<h4>Aber es ist noch weitreichender<\/h4>\n\n\n\n<p>Patient ist von Station optimal vorbereitet, aber wenn es beim Abrufen des Pat. \/ beim in die Abteilung bringen des Pat. \/ bei den Vorbereitungen im Untersuchungsraum \/ bei den Maschinen zur Desinfektion der Ger\u00e4te \/ beim Arzt oder den Pflegefachpersonen unvorhergesehene St\u00f6rungen oder Verz\u00f6gerungen gibt dann kann es unter Umst\u00e4nden sehr stressig werden. Und ja alles zusammen ist Worst Case und hab ich schon erlebt. T\u00e4glich. <strong>Made my day.<\/strong> <\/p>\n\n\n\n<p>Nehmen wir an Pat xx soll eine Darmspiegelung bekommen. Man muss sich darauf verlassen, dass die Mitarbeiter der Station die Abf\u00fchrma\u00dfnahmen ad\u00e4quat (kamillenteeartig) vollf\u00fchrt oder \u00fcberwacht haben. Je nach individuellen Erkrankungen und k\u00f6rperlichen M\u00f6glichkeiten des Patienten kann dies ein schwieriges Unterfangen f\u00fcr die Kollegen darstellen. F\u00fcr das Endoskopie Team bedeutet jedoch die nicht vollst\u00e4ndige Entleerung des Darms keine<br>optimale Begutachtung und somit ist das Risiko<br>a) etwas zu \u00fcbersehen<br>b) dass der Patient wieder zur\u00fcckgeschickt wird und weiter abgef\u00fchrt werden muss<br>c) dass die Endoskope durch Verstopfung von empfindlichen Kan\u00e4len etc. kaputt gehen k\u00f6nnen (sehr empfindlich, sehr teuer) maximal erh\u00f6ht.<\/p>\n\n\n\n<p>Das w\u00e4re bei einem Patienten ja noch nicht so schlimm, wenn das aber h\u00e4ufig am Tag der Fall ist und noch die Variable X- Notf\u00e4lle dazukommt wird es extrem. Dann gibt es noch die Variante, dass es Tage gibt an denen zum Beispiel am Transport der Patienten scheitert, weil alle maximal \u00fcberlastet sind und man die Patienten warten lassen muss bis sie von der abgeschlossenen Untersuchung wieder auf Station k\u00f6nnen. Bei wenigen Untersuchungen am Tag mag das alles nicht so wild sein, aber wenn man \u00fcber 25 Untersuchungen leistet, dann muss es funktionieren. Denn ansonsten herrscht Platzmangel. Und ich brauch wahrscheinlich niemandem erz\u00e4hlen, was passiert wenn die unerl\u00e4ssliche Technik streikt. Genau. Chaos pur.<\/p>\n\n\n\n<p>Und trotzdem macht es mir Spa\u00df auf diese Weise mein Geld zu verdienen. Nicht aufopferungsvoll, <em>Frau Merkel,<\/em> wirklich nicht. Aber es macht Spa\u00df wenn man auf Stress steht.<\/p>\n\n\n\n<h2>An\u00e4sthesiepflege \u2013 Keine typische Pflege mehr<\/h2>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" width=\"680\" height=\"454\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/diepflege.org\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/anesthesia-6215474_1920.jpg?resize=680%2C454&#038;ssl=1\" alt=\"\" class=\"wp-image-595\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/diepflege.org\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/anesthesia-6215474_1920.jpg?resize=1024%2C684&amp;ssl=1 1024w, https:\/\/i0.wp.com\/diepflege.org\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/anesthesia-6215474_1920.jpg?resize=300%2C200&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/diepflege.org\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/anesthesia-6215474_1920.jpg?resize=768%2C513&amp;ssl=1 768w, https:\/\/i0.wp.com\/diepflege.org\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/anesthesia-6215474_1920.jpg?resize=1536%2C1026&amp;ssl=1 1536w, https:\/\/i0.wp.com\/diepflege.org\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/anesthesia-6215474_1920.jpg?w=1920&amp;ssl=1 1920w, https:\/\/i0.wp.com\/diepflege.org\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/anesthesia-6215474_1920.jpg?w=1360&amp;ssl=1 1360w\" sizes=\"(max-width: 680px) 100vw, 680px\" data-recalc-dims=\"1\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Die Arbeit in der An\u00e4sthesie ist vielf\u00e4ltig. Nur mit der urspr\u00fcnglichen Pfleget\u00e4tigkeit hat das kaum noch etwas zu tun. Wir nutzen kaum Ressourcen, wir mobilisieren nicht, wir waschen nicht. Aber was machen wir eigentlich den ganzen Tag?!<\/p>\n\n\n\n<h4>Im OP-Saal<\/h4>\n\n\n\n<p>Im OP sind wir zust\u00e4ndig f\u00fcr die Vorbereitung der Patient*innen und der Materialien zur Narkose. Hier gibt es allerlei M\u00f6glichkeiten. Die Vollnarkose ist noch immer die h\u00e4ufigste Narkoseform. Hierzu wird ein Tisch mit Laryngoskop, Tubus etc pp und allerlei starken Medikamenten gerichtet, die die Patient*innen ins Land der Tr\u00e4ume bringen. Der*die Patient*in wird eingeschleust und zu mir in die Narkoseeinleitung verbracht. Hier lege ich das Monitoring zur \u00dcberwachung von Kreislauf und Sauerstoffs\u00e4ttigung an und lege einen Venenzugang. Die meisten Patient*innen sind extrem aufgeregt, hier hilft Verst\u00e4ndnis, ein nettes Wort hier, ein paar dumme Spr\u00fcche da, und zur Not haben wir immer noch ein paar gute Medikamente. Ein schlafender Patient ist immer noch der beste Patient, wie man in der An\u00e4sthesie so sch\u00f6n sagt \ud83d\ude09 Gemeinsam mit dem*r An\u00e4sthesist*in wird dann die Narkose eingeleitet, der*die Patient*in intubiert (er*sie kann ja leider nicht mehr selbst atmen) und danach werden eventuell noch ein paar Zu-\/Abg\u00e4nge gelegt wie zum Beispiel zentraler Venenkatheter, arterielle Kan\u00fcle, Blasenkatheter. Da kommt es in erster Linie darauf an, welche Vorerkrankungen bestehen, wie lange die OP dauern soll und wie viel Volumenumsatz erwartet wird (auf deutsch, wie blutig es wahrscheinlich wird).<\/p>\n\n\n\n<p>Ansonsten gibt es noch die Regionalan\u00e4sthesien. Diese werden immer beliebter. Es gibt die M\u00f6glichkeit einzelne Teile des menschlichen K\u00f6rpers schlafen zu legen. Mit dem achsill\u00e4ren Plexus nur der Arm, mit der Spinalen nur die Beine, um nur mal die beiden h\u00e4ufigsten zu nennen. Der Vorteil ist, die Patient*innen atmen noch selbstst\u00e4ndig, sie k\u00f6nnen schneller auf Station, sind dort schneller fit zum Essen, Trinken und Mobilisieren. Sie m\u00fcssen (wenn \u00fcberhaupt) nicht so lange in den Aufwachraum, was unsere Ressourcen spart.<\/p>\n\n\n\n<p>Und Zeit ist ja bekanntlich Geld. Der Spruch gilt im OP leider st\u00e4rker als \u00fcberall sonst. Eine Stunde im OP kostet im Schnitt 1500 Euro, das sind 25 Euro pro Minute. Und ja genau so wird hier auch Verfahren. Der*die OP Manager*in steht immer mit dem erhobenen Zeigefinger irgendwo um die Ecke und treibt das Fu\u00dfvolk an, doch bitte schneller zu arbeiten. Funfact: die An\u00e4sthesie wird im DRG-System kaum verg\u00fctet, sodass sie nur ein notwendiges \u00dcbel ist. Die Zeit in der der OP Saal still steht ist teuer, dass wir w\u00e4hrenddessen Menschen vorbereiten, um \u00fcberhaupt operiert werden zu k\u00f6nnen, ist irrelevant.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach der Einleitung wird der*die Patientin in den OP Saal verbracht, dort weiter vorbereitet f\u00fcr die Operation und schlie\u00dflich operiert. W\u00e4hrend dieser Zeit ist es meine Aufgabe, gemeinsam mit dem*r An\u00e4sthesist*in den*die Patient*in zu \u00fcberwachen, Medikamente zu geben, Fl\u00fcssigkeit\/Blut zu verabreichen etc. Am Ende der OP wird der*die Patient*in wieder langsam aus der Narkose geholt, wenn er*sie wach genug ist wird der Beatmungsschlauch entfernt. Danach wird der Mensch in den Aufwachraum verlegt, ich r\u00e4ume alles auf und springe zum n\u00e4chsten.<\/p>\n\n\n\n<h4>Ein Tag im Aufwachraum<\/h4>\n\n\n\n<p>Wenn ich morgens komme, trinke ich erst mal in Ruhe eine Tasse Kaffee. <em>Hahaha<\/em> nein im Ernst. Fr\u00fcher war es so, man kommt morgens in den Aufwachraum, es ist noch kein*e Patient*in da, man hat Zeit die Ger\u00e4te hoch zu fahren, zu checken, die Arbeitsw\u00e4gen aufzuf\u00fcllen etc.<\/p>\n\n\n\n<p>Heute ist es so, dass im OP meist zu wenig Personal ist, um alle OP-S\u00e4le mit einer An\u00e4sthesiepflegekraft zu besetzen. Ich gehe also erst mal in den OP, mache die erste Narkoseeinleitung eines*r Patient*in. Bis ich soweit bin, ist meist schon irgendwo ein OP fertig. Ich renne dann also in die Umkleide, ziehe mich von gr\u00fcn in blau um, renne weiter in den Aufwachraum, hole das Bett, um dann den*die Patient*in nach seiner*ihrer Narkose in Empfang zu nehmen. Ich bekomme eine \u00dcbergabe von Chirurg*in und An\u00e4sthesist*in. Danach bringe ich den*die Patient*in in den Aufwachraum. Dort schlie\u00dfe ich das Monitoring an die zentrale \u00dcberwachung an, beginne die (Gott sei&#8217;s gelobt digitale) Dokumentation.<\/p>\n\n\n\n<p>Ab jetzt wird der*die Patient*in \u00fcberwacht, Kreislauf und Sauerstoffs\u00e4ttigung \u00fcbernimmt der Monitor. Ich \u00fcbernehme die Schmerzen, die \u00dcbelkeit, das Volumenmanagement, die Laborkontrolle, die Lagerung, die \u00dcberwachung der OP-Stelle, die Atemtherapie, die psychosoziale Unterst\u00fctzung. Das klingt viel oder?! Nun, durch meinen Aufwachraum laufen pro Tag ca. 50 Patient*innen. Daf\u00fcr sind wir in der Regel zu zweit, es k\u00f6nnen 9 Patient*innen parallel da sein. Hei\u00dft, man darf keine Zeit verlieren. Man muss den*die Patient*in fachlich optimal behandeln, damit diese*r so schnell als m\u00f6glich verlegt werden kann. Weil sonst einfach nicht genug Platz f\u00fcr alle ist. Wir erinnern uns, Zeit ist Geld. Von so Kleinigkeiten wie Schockraumversorgung von Schwerstverletzten oder -verbrannten fange ich jetzt gar nicht erst an. <\/p>\n\n\n\n<p>In diesem Sinne, ich gehe mir mal nen Kaffee holen \ud83d\ude09<\/p>\n\n\n\n<h2>Ein Tag im Leben einer Auszubildenden *soon to be* Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin<\/h2>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" width=\"680\" height=\"485\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/diepflege.org\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/bus-2523410_1920.jpg?resize=680%2C485&#038;ssl=1\" alt=\"\" class=\"wp-image-637\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/diepflege.org\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/bus-2523410_1920.jpg?resize=1024%2C731&amp;ssl=1 1024w, https:\/\/i0.wp.com\/diepflege.org\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/bus-2523410_1920.jpg?resize=300%2C214&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/diepflege.org\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/bus-2523410_1920.jpg?resize=768%2C548&amp;ssl=1 768w, https:\/\/i0.wp.com\/diepflege.org\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/bus-2523410_1920.jpg?resize=1536%2C1097&amp;ssl=1 1536w, https:\/\/i0.wp.com\/diepflege.org\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/bus-2523410_1920.jpg?w=1920&amp;ssl=1 1920w, https:\/\/i0.wp.com\/diepflege.org\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/bus-2523410_1920.jpg?w=1360&amp;ssl=1 1360w\" sizes=\"(max-width: 680px) 100vw, 680px\" data-recalc-dims=\"1\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Du interessierst dich f\u00fcr den Beruf einer Pflegefachkraft? Wei\u00dft aber nicht so recht ob deine Empathie reicht, denn das scheint ja wohl das Wichtigste zu sein (haben wir ja bei den #Ehrenpflegas gelernt!)?!<\/p>\n\n\n\n<p>Dann komm doch mal, ich nehme dich mit zu einem Fr\u00fchdienst auf Station in der Haut einer Auszubildenen <em>(Kleiner Hinweis zum Thema gendern: ich bin weiblich, ihr kommt mit mir mit also spreche ich, f\u00fcr mich in der weiblichen Form. Personen die sich zum m\u00e4nnlichen Geschlecht zugeh\u00f6rig f\u00fchlen oder zu beiden resp. keinem, sollen sich bitte genauso angesprochen f\u00fchlen!).<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>4:15 Uhr<\/strong> der Wecker klingelt- Snooze. 4:17 Uhr der Wecker klingelt erneut, jetzt aber los! Schnell ein paar Klamotten \u00fcbergeworfen, Z\u00e4hne geputzt, Gesicht aufgemalt und einen Kaffee gebr\u00fcht (der ist wichtig, ich hab vor der Ausbildung extra damit angefangen! \ud83d\ude09). Ich f\u00fcr meinen Teil muss vor dem Losgehen was kleines essen, sonst fall&#8216; ich um bis es Fr\u00fchst\u00fcck gibt. Alles Wichtige wird am Vorabend gepackt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>5:00 Uhr<\/strong> ist Abfahrt, der Umwelt zu Liebe mit Rad und Bahn.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>5:35 Uhr<\/strong> Ankunft an der Klinik, jetzt fix zu den Umkleiden. Manche Stationen beginnen schon 5:45 Uhr mit den \u00dcbergaben damit der Nachtdienst ein paar Minuten eher heim kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Los geht\u2019s also zwischen <strong>5:45 und 6:00 Uhr<\/strong>. Wir finden uns im Dienstzimmer ein und jeder h\u00e4ngt mehr oder weniger wach an seinem Hei\u00dfgetr\u00e4nk. Kommunikation ist da eher fehl am Platz. Sind alle da gibt uns der Nachdienst in einer kurzen Zusammenfassung das Wichtigste der Nacht und evtl. des vergangenen Sp\u00e4tdienstes wieder: Welcher Patient liegt wo, was ist wichtig zu wissen, gab es Zwischenf\u00e4lle, wurden Patienten neu aufgenommen etc. Je nach Station, Patientenbelegung und Ruhe der Kolleg*innen sitzt man dann noch ein wenig beisammen oder springt direkt auf und der Tag beginnt.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich erz\u00e4hl euch jetzt mal wie der Ablauf auf meiner letzten Station, einer Wochenstation (f\u00fcr Schwangere mit Risiken, bzw. vor kurzem Entbundene \u201eW\u00f6chnerinnen\u201c) so war. Los geht es mit der Aufteilung der Zimmer (wenn nicht schon geschehen), jeder bekommt seinen Bereich \u00fcber den man einen speziellen \u00dcberblick haben muss. F\u00fcr ihn ist man w\u00e4hrend dieser Schicht verantwortlich. Das nennt man die Bereichspflege. Es gibt auch noch andere Modelle, das hier zu erl\u00e4utern w\u00fcrde aber ausschweifen. Nun geht es los zur Fr\u00fchrunde. Meine Aufgabe als Auszubildende ist es die Patientinnen (ja, nur Frauen) \u201ezu messen\u201c. Das bedeutet ich erhebe ihre Vitalzeichen, also Blutdruck, Puls, ggf. Sauerstoffs\u00e4ttigung und ihre Temperatur. Diese Werte werden dann von mir in die Kurve eingetragen. Eine l\u00fcckenlose Dokumentation ist in der Pflege sehr wichtig- ist es nicht dokumentiert, wurde es nicht gemacht! Parallel dazu f\u00fclle ich Verbrauchsmaterialien in den Zimmern auf (Windeln f\u00fcr die Babys, Einlagen f\u00fcr die M\u00fctter etc.). Ach ja die Babys! <\/p>\n\n\n\n<p>Wenn ein Neugeborenes mit im Zimmer liegt wird auch dieses auf der Morgenrunde von uns durchgecheckt. Dazu ziehen wir es einmal komplett aus, messen die Temperatur, wiegen es nackig und ziehen es frisch gewindelt wieder an. Die Pflegefachkraft an meiner Seite teilt w\u00e4hrend dessen Medikamente aus, nimmt Blut ab und bespricht mit den Frauen Sorgen und Probleme. Eine Anleitung zum Umgang mit den Neugeborenen, dem Stillen \/ F\u00fcttern etc. findet ebenfalls in diesem Rahmen statt. Bei den Frauen die noch schwanger sind werden nun zum ersten Mal an diesem Tag CTG`s geschrieben. Diese \u00fcberwachen die Herzt\u00e4tigkeit des Kindes bzw. der Kinder (Mehrlinge sind h\u00e4ufig Risikoschwangerschaften die station\u00e4r \u00fcberwacht werden m\u00fcssen) und zeichnen ggf. Wehent\u00e4tigkeiten auf. Ein CTG dauert ca. 30 Minuten. Im Anschluss wird es von einem Arzt \/einer \u00c4rztin bewertet und dokumentiert. Nach der Morgenrunde begleiten wir die Visite der \u00c4rzt*innen und arbeiten im Anschluss die neuen Anordnungen aus. Das k\u00f6nnen neue Medikamente sein oder h\u00e4ufigere CTG Anlagen etc. Ist das geschafft gibt es f\u00fcr uns Fr\u00fchst\u00fcck. Zu Corona Zeiten leider getrennt voneinander. <\/p>\n\n\n\n<p>Nach dem wir uns gest\u00e4rkt haben geht es an die \u201eU\u00b4s\u201c das sind die Neugeborenen Untersuchungen. Hierf\u00fcr werden die Kinder (wenn nicht schon geschehen) gewogen und Temperatur gemessen. Au\u00dferdem erhalten die Babys Vitamin K, und m\u00fcssen einmal gepikst werden. Das passiert f\u00fcr einen Test auf seltene Stoffwechselerkrankungen. Nach erfolgter Anleitung darfst du als Auszubildender solche U-Vorbereitungen auch selbst\u00e4ndig durchf\u00fchren. Stehen f\u00fcr die Patientinnen Untersuchungen wie Ultraschall oder \u00e4hnliches an nutze ich ruhigere Zeiten auf Station auch gerne mal um \u00fcber den Tellerrand zu schauen und diese mitzuerleben. <\/p>\n\n\n\n<p>Ansonsten ist der Vormittag \/ Mittag gut damit gef\u00fcllt nach den Frauen und Babys zu schauen, sie anzuleiten, zu dokumentieren und viele weitere kleine und gro\u00dfe Aufgaben rund um die Station zu erledigen. An manchen Tagen gl\u00fchen die F\u00fc\u00dfe vom vielen laufen, andere sind ruhiger und es ist Zeit den \u201ealten Hasen\u201c \u00fcber die Schulter zu schauen und zu lernen. Bevor der Sp\u00e4tdienst kommt werden nochmal bei der ein oder anderen Frau die Vitalzeichen gemessen oder ein CTG angelegt und- dokumentiert! Um <strong>13:45 \/14:00 Uhr <\/strong>ist die \u00dcbergabe f\u00fcr den Sp\u00e4tdienst und wenn das geschafft ist d\u00fcrfen wir nach Hause- F\u00fc\u00dfe hoch legen.<\/p>\n\n\n\n<h2>ITS &#8211; (k)ein Traumschiff im Krankenhaus<\/h2>\n\n\n\n<p>Es piept, es surrt, hier und da ein lauteres Ger\u00e4usch. Wir sind auf der Intensivstation. Viele unterschiedliche Ger\u00e4te, Kurven, Skalen und eben jene Ger\u00e4uschkulisse, auf die es mehr oder weniger zu reagieren gilt. Mitten drin die Pflege.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" width=\"680\" height=\"510\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/diepflege.org\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/2560px-Mechelen_AZ_St_Maarten_Intensive_Care_Unit_02.jpg?resize=680%2C510&#038;ssl=1\" alt=\"\" class=\"wp-image-608\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/diepflege.org\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/2560px-Mechelen_AZ_St_Maarten_Intensive_Care_Unit_02.jpg?resize=1024%2C768&amp;ssl=1 1024w, https:\/\/i0.wp.com\/diepflege.org\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/2560px-Mechelen_AZ_St_Maarten_Intensive_Care_Unit_02.jpg?resize=300%2C225&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/diepflege.org\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/2560px-Mechelen_AZ_St_Maarten_Intensive_Care_Unit_02.jpg?resize=768%2C576&amp;ssl=1 768w, https:\/\/i0.wp.com\/diepflege.org\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/2560px-Mechelen_AZ_St_Maarten_Intensive_Care_Unit_02.jpg?resize=1536%2C1152&amp;ssl=1 1536w, https:\/\/i0.wp.com\/diepflege.org\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/2560px-Mechelen_AZ_St_Maarten_Intensive_Care_Unit_02.jpg?resize=2048%2C1536&amp;ssl=1 2048w, https:\/\/i0.wp.com\/diepflege.org\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/2560px-Mechelen_AZ_St_Maarten_Intensive_Care_Unit_02.jpg?w=1360&amp;ssl=1 1360w\" sizes=\"(max-width: 680px) 100vw, 680px\" data-recalc-dims=\"1\" \/><figcaption>\u00a9 Ad Meskens \/ Wikimedia Commons<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Pflege auf der Intensivstation unterscheidet sich eigentlich nicht gro\u00df von Pflege auf &#8222;Normalstation&#8220;, da die selben Anforderungen gelten. Patientenbeobachtung und pflegerische Intervention auf das Beobachtete. Auf der ITS hat man allerdings mehr Hilfsmittel zur Verf\u00fcgung (eben jene erw\u00e4hnte Ger\u00e4te) und diese Hilfsmittel m\u00fcssen verstanden und klug eingesetzt werden. Dies Bedarf auch ein wenig technischen Verst\u00e4ndnisses und macht diesen Zweig der Pflege f\u00fcr mich sehr interessant. Des weiteren ist es so, dass Patienten auf der ITS im Regelfall instabiler sind und es manchmal zu kritischen Situationen kommt, die ein fachlich fundiertes Eingreifen erfordert. Pflege auf ITS erfordert ein hohes Ma\u00df an Fachwissen, nicht umsonst schlie\u00dft sich zu der 3 j\u00e4hrigen &#8222;Grundausbildung&#8220; eine 2 j\u00e4hrige Fachweiterbildung an, die je nach Bundesland auch noch ein einj\u00e4hriges Anerkennungsjahr beinhaltet. Es ist halt dann doch nicht so, dass man mal eben einen beatmeten Patienten \u00fcbernehmen kann. <\/p>\n\n\n\n<h4>Ist das ein Alarm oder kann das weg?<\/h4>\n\n\n\n<p>Nat\u00fcrlich beinhaltet Pflege auf der ITS eine Erweiterung des Portfolios an medizinischen Ger\u00e4tschaften, die einem im ersten Moment auch Respekt einfl\u00f6\u00dfen, nur ist es eben auch keine Raketenphysik. Ich m\u00f6chte mit dem Mythos brechen, dass Pflege auf der ITS irgend etwas Elit\u00e4res w\u00e4re. Es ist tats\u00e4chlich eine Mischung aus Ger\u00e4te bedienen (Raumschiff) und fachlich anspruchsvoller Beobachtung und Intervention. Es kommt auf der ITS darauf an, mit den Werten, die verschiedene Ger\u00e4te anzeigen oder auswerfen, zu arbeiten. Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden. Dieses kommt im Laufe der Jahre durch Erfahrung und gerade am Anfang durch viel Pauken und Lernen. Des Weiteren h\u00e4lt der medizinische Fortschritt nicht an. Im Gegenteil, er galoppiert gerade zu, so dass berufslebenslange Fortbildung eigentlich selbstverst\u00e4ndlich sein sollte.<\/p>\n\n\n\n<h4>Interprofessionelles Team oder Der Arzt darf auch<\/h4>\n\n\n\n<p>Pflege auf ITS bedeutet f\u00fcr mich, jedenfalls ist es mein Eindruck, aber auch flachere Hierarchien innerhalb der verschiedenen Berufsgruppen. Auf ITS ist es n\u00e4mlich relativ Wurst ob jemand Arzt, Physiotherapeut oder Pflege ist, letztlich ist man ein Team. Dieser Umstand wird sicherlich gest\u00e4rkt dadurch, dass man viel enger und dichter zusammenarbeitet als wahrscheinlich auf &#8222;Normalstation&#8220;. Des weiteren hat man in der zeitlichen Abfolge sicherlich &#8222;extremere&#8220; Erlebnisse, die einen noch mehr zusammenschwei\u00dfen. Hier auf der ITS muss man sich blind aufeinander verlassen, weil die Grenze zwischen Leben und Tod besonders schmal verl\u00e4uft. <\/p>\n\n\n\n<h4>Der Mensch im Mittelpunkt<\/h4>\n\n\n\n<p>Letztendlich kommt es in diesem Arbeitsbereich der Pflege wie in allen anderen Bereichen auf eben jene an, die uns anvertraut sind und zwar den Patienten. Ja, wir reden mit tief sedierten (tief narkotisierten, im &#8222;k\u00fcnstlichen&#8220; Koma) und beatmeten Patienten und k\u00fcndigen jeden Schritt an, da man doch nicht wei\u00df, was dieser mitbekommt. Ja, wir m\u00fcssen viel auffangen, trauernde Angeh\u00f6rige, wenn der Kampf doch verloren ist. Ja, wir m\u00fcssen ermutigen, wenn f\u00fcr den Patienten der Weg aussichtslos erscheint. Ja, wir m\u00fcssen begrenzen, wenn die Therapie sinnlos eskaliert. Und ja, wir m\u00fcssen begleiten weil sonst h\u00e4ufig keiner da ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Darum ist Pflege auf der ITS viel mehr als Ger\u00e4te, Piepen, Ged\u00f6ns und (k)ein Raumschiff.<\/p>\n\n\n\n<h2> Pflegep\u00e4dagogik &#8211; Hinterm Kreidestaub<\/h2>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" width=\"680\" height=\"454\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/diepflege.org\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/notebook-2178656_1920.jpg?resize=680%2C454&#038;ssl=1\" alt=\"\" class=\"wp-image-635\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/diepflege.org\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/notebook-2178656_1920.jpg?resize=1024%2C683&amp;ssl=1 1024w, https:\/\/i0.wp.com\/diepflege.org\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/notebook-2178656_1920.jpg?resize=300%2C200&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/diepflege.org\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/notebook-2178656_1920.jpg?resize=768%2C512&amp;ssl=1 768w, https:\/\/i0.wp.com\/diepflege.org\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/notebook-2178656_1920.jpg?resize=1536%2C1024&amp;ssl=1 1536w, https:\/\/i0.wp.com\/diepflege.org\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/notebook-2178656_1920.jpg?w=1920&amp;ssl=1 1920w, https:\/\/i0.wp.com\/diepflege.org\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/notebook-2178656_1920.jpg?w=1360&amp;ssl=1 1360w\" sizes=\"(max-width: 680px) 100vw, 680px\" data-recalc-dims=\"1\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Wer Pflegefachperson will, muss wieder in die Schule. 2100 Stunden m\u00fcssen die Auszubildenden in der Schule oder mit Lehrenden in der Praxis verbringen. Die weiteren 2500 Stunden, die die Ausbildung dauert, werden in den Einrichtungen verbracht. Doch kommen wir zur\u00fcck in den \u201eTheoriebereich\u201c. Jeder Tag startet sp\u00e4testens um 7:30 in der Schule. Hoffentlich ist der Unterricht vorbereitet. Sind alle Materialien (noch) da? Ab 8 Uhr geht es los. 4 Bl\u00f6cke Unterricht, jeder 90 Minuten lang. An guten Tagen hat man vielleicht nur 2 Bl\u00f6cke Unterricht. Dann hat man wieder Zeit Unterricht, ohne (viele) \u00dcberstunden aufzubauen, vorzubereiten. Denn der neue Lehrenden:Auszubildenden-Schl\u00fcssel ist nicht gerade unterrichtsf\u00f6rderlich. Zwischen 25-30 Auszubildende kommen auf eine Lehrperson. Bis 2019 waren es in der Krankenpflege 20-25 Auszubildende. Unter diesem Druck sollen wir nun Handlungs-, Fach-, Wissens-und Sozialkompetenzen f\u00f6rdern. Und wir sollen die Schule entwickeln. Doch wie schaut das aus?<\/p>\n\n\n\n<p>Der Tag beginnt also um 7:30. Sachen abgestellt. Mails gecheckt. Materialien zusammengesucht. Mit dem hei\u00dfen Kaffee in den Unterrichtsraum. Die ersten Auszubildenden, die mit langen Fahrtwegen oder die sehr Eifrigen, trudeln langsam ein. Schnell werden die Sachen abgelegt und Rechner und SmartBoard gestartet. Digitalisierung findet in der Pflege schon statt&#8230;auch ganz typisch: ohne wirkliche Schulungen. Oh, die Akku-Tastatur und -Maus sind fast alle. Schnell die Maus ans Kabel, dank Touchdisplay kann man mal schnell die Tastatur sein lassen. Die kommt dann zur Pr\u00e4sentation ans Kabel. Schnell den Stick in den Rechner. Im Nachbarraum gestern lief die Pr\u00e4sentation. Der Stick wird nicht erkannt, bzw. ist gesperrt. Dann mal Trick17 und das System austricksen. P\u00fcnktlich 8:02 beginnt der Unterricht. Es sind auch fast alle Auszubildenden da. Die letzten beiden trudeln gerade rein.Der Rest des Unterrichts ist ebenfalls Routine: Handouts austeilen; Gruppen einteilen f\u00fcr die viel gehassten Gruppenarbeiten; regelm\u00e4\u00dfig darauf hinweisen, dass auch Schule Arbeitszeit ist. Neue Methoden versuchen wir so gut es geht einzuarbeiten. Nachher, im 4. Block, ist auch gerade wieder eine Fortbildung. Zum Gl\u00fcck hat der Kurs f\u00fcr die Stunde einen Arbeitsauftrag, dann kann man auch dran teilnehmen. Hoffentlich hilft es beim F\u00f6rdern des Kooperativen Arbeitens weiter. Der Kampf gegen das Schulsystem, in dem nur Einzelk\u00e4mpfer weiterkommen, braucht jede Hilfe, die er bekommen kann. <\/p>\n\n\n\n<p>Im 3. Block hat man mal Zeit den neuen Unterricht vorzubereiten. Ganz neues Thema, <em>puh<\/em>, zum Gl\u00fcck haben einige Kolleg:innen Material bereitgestellt. Im Personalraum wird dann noch ein Kaffee geholt und das Mittagessen aufgew\u00e4rmt. Dann zur\u00fcck zum Rechner. Arbeiten und Essen gleichzeitig. Das Stationsgef\u00fchl verliert man nie. Vorrangig dann nicht, wenn man dabei noch die Unterrichtsanwesenheiten dokumentiert. Dann werden die B\u00fccher gew\u00e4lzt. Bereite ich die Pr\u00e4sentation parallel vor? Oder mache bereite ich ein Tafelbild vor? Oder doch eine interaktive Mindmap? Vielleicht hilft die Fortbildung. Schauen wir mal&#8230;<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<h5>Autoren*innen (alphabetisch sortiert)<\/h5>\n\n\n\n<p>ClaudisChaos, DerSiS, Dianira79, Gemuesesuppe78, MaFriLidaheim, Pflegearzt, Schwester K\u00fchn, Vollzeit Tante.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Pflege ist ein interessanter und sehr vielseitiger Beruf. Und meist ist es nicht der Beruf sondern die Arbeitsumst\u00e4nde, die in den Pflexit oder eine Neuorientierung f\u00fchren. Zum Internationalen Tag der Professionell Pflegenden wollen wir weder Helden*innen noch Geschunde sein sondern Fachkr\u00e4fte. Darum haben wir eine kleine Ausrisse aus verschiedenen klassischen Arbeitsbereichen und Beschreibungen eines normalen Arbeitstages gesammelt. Die zentrale Notaufnahme Zuerst einmal die generellen Abl\u00e4ufe: Die Notaufnahme besteht aus 2 Bereichen. 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