Tag der Pflege|nden 2021 – Was wir tun

Pflege ist ein interessanter und sehr vielseitiger Beruf. Und meist ist es nicht der Beruf sondern die Arbeitsumstände, die in den Pflexit oder eine Neuorientierung führen. Zum Internationalen Tag der Professionell Pflegenden wollen wir weder Helden*innen noch Geschunde sein sondern Fachkräfte. Darum haben wir eine kleine Ausrisse aus verschiedenen klassischen Arbeitsbereichen und Beschreibungen eines normalen Arbeitstages gesammelt.

Die zentrale Notaufnahme

Zuerst einmal die generellen Abläufe: Die Notaufnahme besteht aus 2 Bereichen. Erstens die Triagen (ja, diesen Begriff gab es vor Corona schon), hier werden Patienten von einer Pflegekraft nach Behandlungsdringlichkeit eingeschätzt egal ob sie zu Fuß oder mit dem Rettungsdienst kommen. Wir, in meinem Haus, benutzen dafür das sogenannte „Manchester System“, dieses besteht aus 5 Stufen: Blau, grün, gelb, orange, rot. Dies geschieht durch eine grobe Erstuntersuchung und eine Anamnese. Hierfür ist eine Pflegekraft mit Fachweiterbildung oder Arbeitserfahrung die komplette Schicht zuständig. Den Rest erledigen wir Pflegekräfte in den Behandlungsräumen.

Wir erheben eine zweite Anamnese, untersuchen rudimentär soweit es unsere Erfahrung und Fachkenntnisse zulassen, nehmen Blut ab, legen einen Venenzugang, erheben Vitalzeichen, sehen uns das Problem an – was in der chirurgischen Notaufnahme meist Wunden, Brüche, Schmerzen etc. sind – und teilen die Patienten einem der Ärzte zu. Dieser übernimmt dann die weitere Untersuchung und ordnet Diagnostik an.

Wir sind als Pflegekräfte in der Notaufnahme die Vorbereiter, das heißt wir organisieren die Diagnostik, die weitere Behandlung, die nötige Versorgung im Sinne von Blutentnahme, Urindiagnostik, Medikamentengabe, Schienen, Gipsen, wir legen Katheter, Magensonden, Überwachen an Monitoren und machen natürlich weiterhin Patientenbeobachtung und eventuell eine Folgeeinschätzung.

Das Patientenklientel ist vielseitig und wir dürfen uns zu keinem Zeitpunkt auf Angaben beziehungsweise Beobachtungen Anderer verlassen, da gerade durch die schnelle Fluktuation und das Durchreichen der zu behandelnden Patienten Fehler, z.B. das Übersehen von Symptomen oder Anzeichen für Erkrankungen, jederzeit möglich sind. Außerdem muss man immer den Überblick behalten über die Verfügbarkeit von Ärzten, Behandlungsmöglichkeiten, Utensilien sowie auch von rein physischen Platz für weitere Patienten, da gewisse Verletzungsmuster oder Erkrankungen zeit- oder platzintensiver sind

Ebenso müssen wir einschätzen, ob gewisse Fachrichtungen informiert werden müssen, die wir in der Notaufnahme nicht physisch haben. Sprich wir organisieren Konsile und Verlegungen an oder in den betreffenden Fachbereich.

Zudem sind wir, beziehungsweise ein Kollege, jederzeit auf Abruf für einen sogenannten Schockraum.

Der Schockraum

ist der Raum, in den Patienten mit höchster Priorisierungsgruppe direkt in die Notaufnahme, meist hinter dem Rücken der wartenden Patienten, über einen extra Zugang eingeschleust werden. Paradebeispiel hierfür sind sogenannte Polytraumen, sprich, Patienten mit komplizierten oder schweren Verletzungsmustern wie zum Beispiel Verkehrsunfälle, Gewaltopfer, Vital bedrohte Patienten, die bereits reanimiert sind oder werden, hier finden sich schnell 10 – 14 verschiedene Ärzte und Mitarbeiter verschiedener Fachbereiche zusammen. Ein Computertomograph zur schnellen Diagnostik und alles was man benötigt, um einen Patienten soweit vital stabil zu machen um ihn z.B. in den OP oder direkt auf eine Intensivstation zu bringen.

Im Schnitt haben wir pro Tag an guten Tagen 40 bis 70 Patienten. Das kann allerdings auch schnell hundert bis 120 Patienten übersteigen. Der Großteil (leider Gottes) der Patienten ist und bleibt letztendlich eigentlich Arbeit, die auch ein Hausarzt erledigen könnte, jedoch ist dies sehr trügerisch. Auch in der Notaufnahme kommen oft die schwersten Fälle zu Fuß. Hier besteht die Kunst daraus, auf kleine aber sehr feine Ungereimtheiten zu achten und die schweren Symptome heraus zu filtern.

Immer wieder überraschend

Die Lage sowie auch die Stimmung kippt in der Notaufnahme von einer Sekunde auf die andere. Ein Notfall kündigt sich selten an. Die Pflegerische Kunst in der Notaufnahme besteht letztendlich darin, Patienten gut einschätzen zu können, ihre Erkrankung nach Schwere einteilen zu können, gut und schnell zu disponieren um einen guten Ablauf und vor allem einen möglichst kurzen Aufenthalt für die Patienten zu gewährleisten, da in der Notaufnahme natürlich nur das Nötigste für einen Patienten getan werden kann. Es ist nicht gerade einfach für über 10 – 30 Patienten, die man zum Teil in der Notaufnahme hat, auf einmal den Überblick zu behalten. Dies ist jedoch essenziell. Ebenso muss man in Schockräumen fokussieren können, sich mit Extremsituationen auseinandersetzen. Dazu kommen natürlich Geduld, ein guter Patientenkontakt, es ist sehr wichtig, individuelle Behandlung zu berücksichtigen, ethische, moralische, altersentsprechende und situative Sensibilität zu haben, um jedem Patienten einen möglichst angenehmen und kurzen Aufenthalt mit einem erfolgreichen oder bestmöglichem Outcome zu gewährleisten.

Hierbei immer Verständnis zu zeigen, Geduld zu haben und jeden gleich zu behandeln, ist die Kunst. So schwer es fallen mag, wenn man 5 schwerkranke Menschen in der Notaufnahme hat und ein Patient, der seit Ewigkeiten hätte zum Hausarzt gehen können, nach 30 Minuten Wartezeit im Wartebereich ausfällig wird. Letztendlich ist aber genau dies der kurze Patientenkontakt, indem man den Patienten die Angst und Schmerzen nehmen und Sicherheit und Perspektiven geben kann. Für mich das Schönste an der Notaufnahme sind Fälle wie Brüche, Blinddarmentzündungen usw., denn der Erfolg liegt quasi auf der Hand und man sieht, was man geschafft und geleistet hat.

Unfallchirurgie/Orthopädie

Auf Unfall/Ortho gibt es zwar typische Erkrankungen aber nicht den „typischen Patienten“, alle Altersschichten sind vertreten. Ob das Sprunggelenk beim Sport, der Arm beim Sturz von der Steige, der Schenkelhals weil man den Teppich aber jetzt endlich mal aus der Wohnung haben wollte – alles, wirklich ALLES kann brechen. Im Haushalt passieren die meisten Unfälle. Hinzu kommt das Ersetzen von Gelenken – klassische Orthopädie – wenn ein Trauma oder Abbauprozesse des Alters die Bewegung schmerzhaft und schwer gemacht haben.

In vielen Einrichtungen fühlen sich auch Hand- und Plastische Chirurgen auf diesen Stationen wohl und quartieren sich mit ein. Und Verbrennungen sind eine besondere Aufgabe! Nicht umsonst gibt es für schwerste Brandopfer eigene Spezialkliniken an einigen Orten in Deutschland.

Auf die Bewegung kommt es an

Gehen wir nun davon aus, dass ein Arm oder ein Bein oder gar beides (!) nicht im gewohnten Maße benutzt werden können. Besonders schwer wird es bei Verletzung und Beeinträchtigung der unteren Extremitäten. Denn wer nicht gut zu Fuß ist, kann sich nicht mal eben eine Limo aus dem Kühlschrank holen und Toilettengänge (das leidigste aller Pflegethemen möchte man meinen) werden aufgeschoben, sind aber nicht vermeidbar. Und HIER kommen WIR ins Spiel.

Natürlich machen die reinen „Botengänge“ den größten Teil des Tages aus (ich komme selten unter 15.000 Schritte pro Tagschicht) die Spreu vom Weizen trennt sich aber bei den ATLs (Aktivitäten des täglichen Lebens). So wird am Morgen nicht die viel zitierte „Waschstraße“ angeworfen, nein, es geht um Ressourcen, Ressourcen, Ressourcen. Wer mobilisiert werden kann, wird mobilisiert – und Mobilisieren lässt sich mit der richtigen Technik und Hilfsmitteln fast jede*r. Rund ein Dutzend unterschiedliche Stützen, Stühle, Korsetts, Strümpfe und Orthesen gibt es. Dazu müssen noch jede Menge Unterarten und Modelle beherrscht und fachgerecht angelegt, eingestellt, angeleitet werden. Gleichzeitig werden nebenan Bemmen und Brötchen vorbereitet für diejenigen, die es nicht selbst können. Niemand soll vor dem vollen Teller verhungern, nur weil eine Hand oder ein Arm beim Anrichten nicht mitspielen. Wasserkrüge werden gefüllt wie auf dem Oktoberfest. Wer Durst hat, aber nicht bis zum Wasserspender kommt, braucht diese Hilfe. Eine Morgenrunde auf Unfall/Ortho ist entspannt und hektisch wie ein Stau auf der A7.

Der ganze Pflegeplan ist strukturiert in: Ich helfe, ich unterstütze, ich leite an, ich begleite, jeden Tag ein bisschen weniger bis zum Erreichen relativer Selbstständigkeit oder dem maximal realistischem Ziel. Denn auch Vorerkrankte und Pflegefälle haben Unfälle.

Glatt, reizlos und rosig

Wo operiert wird, da sind Wunden. OP-Wunden sind „wunderschön“, da mit ärztlicher Kunst in Form geschnitten und sauber vernäht. Schwierig wird es bei septischen Wunden, wenn vielleicht vorher schon klar war, dass unter der Haut Keime toben. Da wird mit schwerem Verbandsmaterial, besonderen Auflagen und Hautschutz alles getan, dass die Wunde heilt aber Mazeration und andere Komplikationen schnell erkannt werden. Und Trümmerbrüche! „Fixateur externa“ klingt nicht nur wie ein episches Metalalbum, wer das Gestell, das Knochentrümmer zum Heilen in Position hält, einmal gesehen hat, hat sofort Respekt. Die Infektionsgefahr ist hier recht groß und ein ordentliches, sauberes, so steril wie mögliches Arbeiten Pflicht! Pflege kann jeder? „Jeder“ kann höchstens für die aufwändige und lange Prozedur das Bein hochhalten. Hier sind Wissen, Können und Gründlichkeit gefragt.

Bei all dem Gewusel, der Vielfalt, dem Blut und dem Schweiss muss ich dennoch sagen: Unfall/Ortho ist ein sehr „erfüllender“ Bereich. Es ist die Regel, dass nach harter Arbeit die Patienten*innen in einem besseren Zustand nach Hause gehen(!) als sie gekommen sind.

Altenpflege – Mehr als nur Bettpfannen

Als ich vor 20 Jahren meine Ausbildung angefangen habe, war die Altenpflege noch ganz anders. Der Begriff „Feierabendheime“ war früher in der DDR geläufig und so waren die Bewohner*innen einfach ältere Menschen, die nicht alleine wohnen wollten. Pflegebatterien wie in der bösen Presse und von vorlauten Skandalautoren beschrieben gibt es leider wirklich, doch meistens besteht ein Haus aus einem guten Mix aus Rüstigen, Bewohnern mit Unterstützungsbedarf, Dementen, Vollpflegefällen und allem was es dazwischen so gibt.

Für Frau Müller ohne Zucker

Das Angenehme ist die Beständigkeit. Man kennt „seine“ die Herren und Damen meist über viele Jahre. Man weiß, wie sie gestrickt sind, bei welchen Angehörigen man etwas aufpassen muss und wo ein deutliches Wort gut ankommt. Wie man Frau Herzlich in einer durchgängigen, deliranten Phase wieder beruhigen kann. Wer zuerst an sich selbst denkt, wem warten nichts ausmacht. Wer wie körperlich, moralisch und seelisch drauf ist. Beständigkeit spielt eine große Rolle in der stationären Altenpflege und doch gibt es fast täglich Überraschungen – gute und böse, auf die dann ordentlich reagiert werden muss.

Man darf dabei nie vergessen: Die Menschen sind nicht temporäre Kunden (auch wenn dieses Wort in anderem Kontext genauso auch so gesagt wird) sondern sie wohnen hier. Man nimmt nicht nur am Pflegebedarf und der -Versorgung teil, man teilt auch die Ängste und Sorgen des Alltags. Umgekehrt wiederum ist es immer wieder süß, was sich manche Bewohner für einen einfallen lassen. „Sie husten heute so viel, Schwester, ich habe gestern Bonbons gekauft, die helfen sehr gut“. Ja, es wird niemand eingesperrt. Wer einkaufen gehen möchte, geht einkaufen. Wer auf ein Konzert möchte, kann dies tun (Hansi Hinterseher, der alte Herzensbrecher!)

Völlig anders als im Krankenhaus ist bei uns die Informationssammlung – z.B. die „Strukturierte Informationssammlung“ (SIS). Es wird viel mit Biographien gearbeitet – was hat den Menschen ausgemacht? Auch völlig anders: Alles, wirklich ALLES ist personalisiert. Die Tabletten, die Hilfsmittel, die Pflegeartikel vom Rollstuhl bis zur Hautcreme. Einen gemeinsamen Fundus gibt es nicht. Im Heim gibt es zudem keinen festen Arzt, die Bewohner haben weiterhin freie Wahl und so verbringt man neben der Arbeit am Patienten auch sehr viel Zeit am Telefon. Gespräche mit Angehörigen, mit Ärzten, dies geht aus, dafür brauchen wir ein Rezept, dafür brauchen wir eine Unterschrift.

Herz alleine reicht nicht

So nett und angenehm und herzig das klingt, dies alles bedeutet Arbeit. Beobachtung, Planung, Evaluation. Pflegerisch kommen auf einen Bewohner oft eine ganze Latte Prophylaxen um Gesundheit und Resscourcen zu erhalten, im besten Fall zu verbessern. Unterschiedlichste Verbände, wegen der Gefäße, wegen des Diabetes und so weiter. Nicht wie im Krankenhaus – OP, Wunde, Pflaster drauf – wie fast alles im Pflegeheim sind es chronische Probleme mit dauerhaften Pflegeprozessen. Und natürlich begleiten wir unsere Senioren auch bis zum Ende.

Dazu so triviale Dinge wie: Essen reichen für fünf Patienten mit nur zwei Händen, alle zwölf Bewohner am Liebsten auf einmal am Morgen unterstützen, die sich allesamt nach dem Aufstehen langweilen und gerne die Ersten wären. Dafür braucht man viele Hände. Und im Kosmos der Pflegeberufe ist Altenpflege nicht sonderlich beliebt. Wir gelten als Arschabwischer und die berufliche Resterampe. Es wird seit Jahren versucht, Teile des Pflegeberufs an Laien auzulagern, viele Arbeitskräfte sind schnell umgelernte Hilfskräfte, das alles um Kosten zu sparen. Heimplätze sind teuer.

Wir brauchen dafür eine Lösung. Bald! Die Gesellschaft wird älter und ohne Fachkräfte und ein funktionierendes Finanzierungssystem wird stationäre Langzeitpflege unmöglich!

Funktionsbereich – Was ist eine „normale“ Situation(?)

Spoiler: dieser Text ist mit Ironie und Leichtigkeit geschrieben um auch User außerhalb der Pflege-Bubble zu erreichen. 😉

(cc)-by-sa Victor Chapa

It begins
Joah
Teufelkreislauf!

Beginnen wir am Anfang. Funktionsbereich bedeutet in erster Linie „Money“ fürs Krankenhaus. Deswegen sollte es auch hier einfach fluppen. Nun mal zu einem beispielhaften Arbeitstag aus dem Funktionsbereich Endoskopie. Könnte aber auch Herzkatheter sein.
Ein Mitarbeiter regelt am Morgen die Verteilung der Endoskope für die bislang angegebenen Untersuchungen der Patienten (kann in 5 Minuten wieder anders sein) und versucht schon mal die ersten Patienten von Station abzurufen, damit man pünktlich beginnen kann. Hier kann es schon verzwickt werden wenn die Computer nicht funktionieren oder die Telefone nicht abgenommen werden, oder es dann zum Äußersten kommt und der Patient
a) nicht nüchtern ist (gelassen wurde – Kommunikationsproblem)
b) keine ärztliche Aufklärung vorliegt
c) der Patient am Vortag entlasse wurde oder
d) in der Nacht verstarb.
Dann beginnt die Anruferei von vorne und das kann bereits vor 8 Uhr dezent frustrieren.

Hiervon ausgenommen sind natürlich Notfälle von Patienten, die auf (Intensiv)Station liegen oder direkt aus der Notaufnahme kommen. Die werden selbstredend noch zeitnaher versorgt und somit wird langsam verständlich weshalb der am Morgen um 7 Uhr ausgedruckte Plan um 7:05 Uhr schon wieder hinfällig ist.

Aber es ist noch weitreichender

Patient ist von Station optimal vorbereitet, aber wenn es beim Abrufen des Pat. / beim in die Abteilung bringen des Pat. / bei den Vorbereitungen im Untersuchungsraum / bei den Maschinen zur Desinfektion der Geräte / beim Arzt oder den Pflegefachpersonen unvorhergesehene Störungen oder Verzögerungen gibt dann kann es unter Umständen sehr stressig werden. Und ja alles zusammen ist Worst Case und hab ich schon erlebt. Täglich. Made my day.

Nehmen wir an Pat xx soll eine Darmspiegelung bekommen. Man muss sich darauf verlassen, dass die Mitarbeiter der Station die Abführmaßnahmen adäquat (kamillenteeartig) vollführt oder überwacht haben. Je nach individuellen Erkrankungen und körperlichen Möglichkeiten des Patienten kann dies ein schwieriges Unterfangen für die Kollegen darstellen. Für das Endoskopie Team bedeutet jedoch die nicht vollständige Entleerung des Darms keine
optimale Begutachtung und somit ist das Risiko
a) etwas zu übersehen
b) dass der Patient wieder zurückgeschickt wird und weiter abgeführt werden muss
c) dass die Endoskope durch Verstopfung von empfindlichen Kanälen etc. kaputt gehen können (sehr empfindlich, sehr teuer) maximal erhöht.

Das wäre bei einem Patienten ja noch nicht so schlimm, wenn das aber häufig am Tag der Fall ist und noch die Variable X- Notfälle dazukommt wird es extrem. Dann gibt es noch die Variante, dass es Tage gibt an denen zum Beispiel am Transport der Patienten scheitert, weil alle maximal überlastet sind und man die Patienten warten lassen muss bis sie von der abgeschlossenen Untersuchung wieder auf Station können. Bei wenigen Untersuchungen am Tag mag das alles nicht so wild sein, aber wenn man über 25 Untersuchungen leistet, dann muss es funktionieren. Denn ansonsten herrscht Platzmangel. Und ich brauch wahrscheinlich niemandem erzählen, was passiert wenn die unerlässliche Technik streikt. Genau. Chaos pur.

Und trotzdem macht es mir Spaß auf diese Weise mein Geld zu verdienen. Nicht aufopferungsvoll, Frau Merkel, wirklich nicht. Aber es macht Spaß wenn man auf Stress steht.

Anästhesiepflege – Keine typische Pflege mehr

Die Arbeit in der Anästhesie ist vielfältig. Nur mit der ursprünglichen Pflegetätigkeit hat das kaum noch etwas zu tun. Wir nutzen kaum Ressourcen, wir mobilisieren nicht, wir waschen nicht. Aber was machen wir eigentlich den ganzen Tag?!

Im OP-Saal

Im OP sind wir zuständig für die Vorbereitung der Patient*innen und der Materialien zur Narkose. Hier gibt es allerlei Möglichkeiten. Die Vollnarkose ist noch immer die häufigste Narkoseform. Hierzu wird ein Tisch mit Laryngoskop, Tubus etc pp und allerlei starken Medikamenten gerichtet, die die Patient*innen ins Land der Träume bringen. Der*die Patient*in wird eingeschleust und zu mir in die Narkoseeinleitung verbracht. Hier lege ich das Monitoring zur Überwachung von Kreislauf und Sauerstoffsättigung an und lege einen Venenzugang. Die meisten Patient*innen sind extrem aufgeregt, hier hilft Verständnis, ein nettes Wort hier, ein paar dumme Sprüche da, und zur Not haben wir immer noch ein paar gute Medikamente. Ein schlafender Patient ist immer noch der beste Patient, wie man in der Anästhesie so schön sagt 😉 Gemeinsam mit dem*r Anästhesist*in wird dann die Narkose eingeleitet, der*die Patient*in intubiert (er*sie kann ja leider nicht mehr selbst atmen) und danach werden eventuell noch ein paar Zu-/Abgänge gelegt wie zum Beispiel zentraler Venenkatheter, arterielle Kanüle, Blasenkatheter. Da kommt es in erster Linie darauf an, welche Vorerkrankungen bestehen, wie lange die OP dauern soll und wie viel Volumenumsatz erwartet wird (auf deutsch, wie blutig es wahrscheinlich wird).

Ansonsten gibt es noch die Regionalanästhesien. Diese werden immer beliebter. Es gibt die Möglichkeit einzelne Teile des menschlichen Körpers schlafen zu legen. Mit dem achsillären Plexus nur der Arm, mit der Spinalen nur die Beine, um nur mal die beiden häufigsten zu nennen. Der Vorteil ist, die Patient*innen atmen noch selbstständig, sie können schneller auf Station, sind dort schneller fit zum Essen, Trinken und Mobilisieren. Sie müssen (wenn überhaupt) nicht so lange in den Aufwachraum, was unsere Ressourcen spart.

Und Zeit ist ja bekanntlich Geld. Der Spruch gilt im OP leider stärker als überall sonst. Eine Stunde im OP kostet im Schnitt 1500 Euro, das sind 25 Euro pro Minute. Und ja genau so wird hier auch Verfahren. Der*die OP Manager*in steht immer mit dem erhobenen Zeigefinger irgendwo um die Ecke und treibt das Fußvolk an, doch bitte schneller zu arbeiten. Funfact: die Anästhesie wird im DRG-System kaum vergütet, sodass sie nur ein notwendiges Übel ist. Die Zeit in der der OP Saal still steht ist teuer, dass wir währenddessen Menschen vorbereiten, um überhaupt operiert werden zu können, ist irrelevant.

Nach der Einleitung wird der*die Patientin in den OP Saal verbracht, dort weiter vorbereitet für die Operation und schließlich operiert. Während dieser Zeit ist es meine Aufgabe, gemeinsam mit dem*r Anästhesist*in den*die Patient*in zu überwachen, Medikamente zu geben, Flüssigkeit/Blut zu verabreichen etc. Am Ende der OP wird der*die Patient*in wieder langsam aus der Narkose geholt, wenn er*sie wach genug ist wird der Beatmungsschlauch entfernt. Danach wird der Mensch in den Aufwachraum verlegt, ich räume alles auf und springe zum nächsten.

Ein Tag im Aufwachraum

Wenn ich morgens komme, trinke ich erst mal in Ruhe eine Tasse Kaffee. Hahaha nein im Ernst. Früher war es so, man kommt morgens in den Aufwachraum, es ist noch kein*e Patient*in da, man hat Zeit die Geräte hoch zu fahren, zu checken, die Arbeitswägen aufzufüllen etc.

Heute ist es so, dass im OP meist zu wenig Personal ist, um alle OP-Säle mit einer Anästhesiepflegekraft zu besetzen. Ich gehe also erst mal in den OP, mache die erste Narkoseeinleitung eines*r Patient*in. Bis ich soweit bin, ist meist schon irgendwo ein OP fertig. Ich renne dann also in die Umkleide, ziehe mich von grün in blau um, renne weiter in den Aufwachraum, hole das Bett, um dann den*die Patient*in nach seiner*ihrer Narkose in Empfang zu nehmen. Ich bekomme eine Übergabe von Chirurg*in und Anästhesist*in. Danach bringe ich den*die Patient*in in den Aufwachraum. Dort schließe ich das Monitoring an die zentrale Überwachung an, beginne die (Gott sei’s gelobt digitale) Dokumentation.

Ab jetzt wird der*die Patient*in überwacht, Kreislauf und Sauerstoffsättigung übernimmt der Monitor. Ich übernehme die Schmerzen, die Übelkeit, das Volumenmanagement, die Laborkontrolle, die Lagerung, die Überwachung der OP-Stelle, die Atemtherapie, die psychosoziale Unterstützung. Das klingt viel oder?! Nun, durch meinen Aufwachraum laufen pro Tag ca. 50 Patient*innen. Dafür sind wir in der Regel zu zweit, es können 9 Patient*innen parallel da sein. Heißt, man darf keine Zeit verlieren. Man muss den*die Patient*in fachlich optimal behandeln, damit diese*r so schnell als möglich verlegt werden kann. Weil sonst einfach nicht genug Platz für alle ist. Wir erinnern uns, Zeit ist Geld. Von so Kleinigkeiten wie Schockraumversorgung von Schwerstverletzten oder -verbrannten fange ich jetzt gar nicht erst an.

In diesem Sinne, ich gehe mir mal nen Kaffee holen 😉

Ein Tag im Leben einer Auszubildenden *soon to be* Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin

Du interessierst dich für den Beruf einer Pflegefachkraft? Weißt aber nicht so recht ob deine Empathie reicht, denn das scheint ja wohl das Wichtigste zu sein (haben wir ja bei den #Ehrenpflegas gelernt!)?!

Dann komm doch mal, ich nehme dich mit zu einem Frühdienst auf Station in der Haut einer Auszubildenen (Kleiner Hinweis zum Thema gendern: ich bin weiblich, ihr kommt mit mir mit also spreche ich, für mich in der weiblichen Form. Personen die sich zum männlichen Geschlecht zugehörig fühlen oder zu beiden resp. keinem, sollen sich bitte genauso angesprochen fühlen!).

4:15 Uhr der Wecker klingelt- Snooze. 4:17 Uhr der Wecker klingelt erneut, jetzt aber los! Schnell ein paar Klamotten übergeworfen, Zähne geputzt, Gesicht aufgemalt und einen Kaffee gebrüht (der ist wichtig, ich hab vor der Ausbildung extra damit angefangen! 😉). Ich für meinen Teil muss vor dem Losgehen was kleines essen, sonst fall‘ ich um bis es Frühstück gibt. Alles Wichtige wird am Vorabend gepackt.

5:00 Uhr ist Abfahrt, der Umwelt zu Liebe mit Rad und Bahn.

5:35 Uhr Ankunft an der Klinik, jetzt fix zu den Umkleiden. Manche Stationen beginnen schon 5:45 Uhr mit den Übergaben damit der Nachtdienst ein paar Minuten eher heim kann.

Los geht’s also zwischen 5:45 und 6:00 Uhr. Wir finden uns im Dienstzimmer ein und jeder hängt mehr oder weniger wach an seinem Heißgetränk. Kommunikation ist da eher fehl am Platz. Sind alle da gibt uns der Nachdienst in einer kurzen Zusammenfassung das Wichtigste der Nacht und evtl. des vergangenen Spätdienstes wieder: Welcher Patient liegt wo, was ist wichtig zu wissen, gab es Zwischenfälle, wurden Patienten neu aufgenommen etc. Je nach Station, Patientenbelegung und Ruhe der Kolleg*innen sitzt man dann noch ein wenig beisammen oder springt direkt auf und der Tag beginnt.

Ich erzähl euch jetzt mal wie der Ablauf auf meiner letzten Station, einer Wochenstation (für Schwangere mit Risiken, bzw. vor kurzem Entbundene „Wöchnerinnen“) so war. Los geht es mit der Aufteilung der Zimmer (wenn nicht schon geschehen), jeder bekommt seinen Bereich über den man einen speziellen Überblick haben muss. Für ihn ist man während dieser Schicht verantwortlich. Das nennt man die Bereichspflege. Es gibt auch noch andere Modelle, das hier zu erläutern würde aber ausschweifen. Nun geht es los zur Frührunde. Meine Aufgabe als Auszubildende ist es die Patientinnen (ja, nur Frauen) „zu messen“. Das bedeutet ich erhebe ihre Vitalzeichen, also Blutdruck, Puls, ggf. Sauerstoffsättigung und ihre Temperatur. Diese Werte werden dann von mir in die Kurve eingetragen. Eine lückenlose Dokumentation ist in der Pflege sehr wichtig- ist es nicht dokumentiert, wurde es nicht gemacht! Parallel dazu fülle ich Verbrauchsmaterialien in den Zimmern auf (Windeln für die Babys, Einlagen für die Mütter etc.). Ach ja die Babys!

Wenn ein Neugeborenes mit im Zimmer liegt wird auch dieses auf der Morgenrunde von uns durchgecheckt. Dazu ziehen wir es einmal komplett aus, messen die Temperatur, wiegen es nackig und ziehen es frisch gewindelt wieder an. Die Pflegefachkraft an meiner Seite teilt während dessen Medikamente aus, nimmt Blut ab und bespricht mit den Frauen Sorgen und Probleme. Eine Anleitung zum Umgang mit den Neugeborenen, dem Stillen / Füttern etc. findet ebenfalls in diesem Rahmen statt. Bei den Frauen die noch schwanger sind werden nun zum ersten Mal an diesem Tag CTG`s geschrieben. Diese überwachen die Herztätigkeit des Kindes bzw. der Kinder (Mehrlinge sind häufig Risikoschwangerschaften die stationär überwacht werden müssen) und zeichnen ggf. Wehentätigkeiten auf. Ein CTG dauert ca. 30 Minuten. Im Anschluss wird es von einem Arzt /einer Ärztin bewertet und dokumentiert. Nach der Morgenrunde begleiten wir die Visite der Ärzt*innen und arbeiten im Anschluss die neuen Anordnungen aus. Das können neue Medikamente sein oder häufigere CTG Anlagen etc. Ist das geschafft gibt es für uns Frühstück. Zu Corona Zeiten leider getrennt voneinander.

Nach dem wir uns gestärkt haben geht es an die „U´s“ das sind die Neugeborenen Untersuchungen. Hierfür werden die Kinder (wenn nicht schon geschehen) gewogen und Temperatur gemessen. Außerdem erhalten die Babys Vitamin K, und müssen einmal gepikst werden. Das passiert für einen Test auf seltene Stoffwechselerkrankungen. Nach erfolgter Anleitung darfst du als Auszubildender solche U-Vorbereitungen auch selbständig durchführen. Stehen für die Patientinnen Untersuchungen wie Ultraschall oder ähnliches an nutze ich ruhigere Zeiten auf Station auch gerne mal um über den Tellerrand zu schauen und diese mitzuerleben.

Ansonsten ist der Vormittag / Mittag gut damit gefüllt nach den Frauen und Babys zu schauen, sie anzuleiten, zu dokumentieren und viele weitere kleine und große Aufgaben rund um die Station zu erledigen. An manchen Tagen glühen die Füße vom vielen laufen, andere sind ruhiger und es ist Zeit den „alten Hasen“ über die Schulter zu schauen und zu lernen. Bevor der Spätdienst kommt werden nochmal bei der ein oder anderen Frau die Vitalzeichen gemessen oder ein CTG angelegt und- dokumentiert! Um 13:45 /14:00 Uhr ist die Übergabe für den Spätdienst und wenn das geschafft ist dürfen wir nach Hause- Füße hoch legen.

ITS – (k)ein Traumschiff im Krankenhaus

Es piept, es surrt, hier und da ein lauteres Geräusch. Wir sind auf der Intensivstation. Viele unterschiedliche Geräte, Kurven, Skalen und eben jene Geräuschkulisse, auf die es mehr oder weniger zu reagieren gilt. Mitten drin die Pflege.

© Ad Meskens / Wikimedia Commons

Pflege auf der Intensivstation unterscheidet sich eigentlich nicht groß von Pflege auf „Normalstation“, da die selben Anforderungen gelten. Patientenbeobachtung und pflegerische Intervention auf das Beobachtete. Auf der ITS hat man allerdings mehr Hilfsmittel zur Verfügung (eben jene erwähnte Geräte) und diese Hilfsmittel müssen verstanden und klug eingesetzt werden. Dies Bedarf auch ein wenig technischen Verständnisses und macht diesen Zweig der Pflege für mich sehr interessant. Des weiteren ist es so, dass Patienten auf der ITS im Regelfall instabiler sind und es manchmal zu kritischen Situationen kommt, die ein fachlich fundiertes Eingreifen erfordert. Pflege auf ITS erfordert ein hohes Maß an Fachwissen, nicht umsonst schließt sich zu der 3 jährigen „Grundausbildung“ eine 2 jährige Fachweiterbildung an, die je nach Bundesland auch noch ein einjähriges Anerkennungsjahr beinhaltet. Es ist halt dann doch nicht so, dass man mal eben einen beatmeten Patienten übernehmen kann.

Ist das ein Alarm oder kann das weg?

Natürlich beinhaltet Pflege auf der ITS eine Erweiterung des Portfolios an medizinischen Gerätschaften, die einem im ersten Moment auch Respekt einflößen, nur ist es eben auch keine Raketenphysik. Ich möchte mit dem Mythos brechen, dass Pflege auf der ITS irgend etwas Elitäres wäre. Es ist tatsächlich eine Mischung aus Geräte bedienen (Raumschiff) und fachlich anspruchsvoller Beobachtung und Intervention. Es kommt auf der ITS darauf an, mit den Werten, die verschiedene Geräte anzeigen oder auswerfen, zu arbeiten. Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden. Dieses kommt im Laufe der Jahre durch Erfahrung und gerade am Anfang durch viel Pauken und Lernen. Des Weiteren hält der medizinische Fortschritt nicht an. Im Gegenteil, er galoppiert gerade zu, so dass berufslebenslange Fortbildung eigentlich selbstverständlich sein sollte.

Interprofessionelles Team oder Der Arzt darf auch

Pflege auf ITS bedeutet für mich, jedenfalls ist es mein Eindruck, aber auch flachere Hierarchien innerhalb der verschiedenen Berufsgruppen. Auf ITS ist es nämlich relativ Wurst ob jemand Arzt, Physiotherapeut oder Pflege ist, letztlich ist man ein Team. Dieser Umstand wird sicherlich gestärkt dadurch, dass man viel enger und dichter zusammenarbeitet als wahrscheinlich auf „Normalstation“. Des weiteren hat man in der zeitlichen Abfolge sicherlich „extremere“ Erlebnisse, die einen noch mehr zusammenschweißen. Hier auf der ITS muss man sich blind aufeinander verlassen, weil die Grenze zwischen Leben und Tod besonders schmal verläuft.

Der Mensch im Mittelpunkt

Letztendlich kommt es in diesem Arbeitsbereich der Pflege wie in allen anderen Bereichen auf eben jene an, die uns anvertraut sind und zwar den Patienten. Ja, wir reden mit tief sedierten (tief narkotisierten, im „künstlichen“ Koma) und beatmeten Patienten und kündigen jeden Schritt an, da man doch nicht weiß, was dieser mitbekommt. Ja, wir müssen viel auffangen, trauernde Angehörige, wenn der Kampf doch verloren ist. Ja, wir müssen ermutigen, wenn für den Patienten der Weg aussichtslos erscheint. Ja, wir müssen begrenzen, wenn die Therapie sinnlos eskaliert. Und ja, wir müssen begleiten weil sonst häufig keiner da ist.

Darum ist Pflege auf der ITS viel mehr als Geräte, Piepen, Gedöns und (k)ein Raumschiff.

Pflegepädagogik – Hinterm Kreidestaub

Wer Pflegefachperson will, muss wieder in die Schule. 2100 Stunden müssen die Auszubildenden in der Schule oder mit Lehrenden in der Praxis verbringen. Die weiteren 2500 Stunden, die die Ausbildung dauert, werden in den Einrichtungen verbracht. Doch kommen wir zurück in den „Theoriebereich“. Jeder Tag startet spätestens um 7:30 in der Schule. Hoffentlich ist der Unterricht vorbereitet. Sind alle Materialien (noch) da? Ab 8 Uhr geht es los. 4 Blöcke Unterricht, jeder 90 Minuten lang. An guten Tagen hat man vielleicht nur 2 Blöcke Unterricht. Dann hat man wieder Zeit Unterricht, ohne (viele) Überstunden aufzubauen, vorzubereiten. Denn der neue Lehrenden:Auszubildenden-Schlüssel ist nicht gerade unterrichtsförderlich. Zwischen 25-30 Auszubildende kommen auf eine Lehrperson. Bis 2019 waren es in der Krankenpflege 20-25 Auszubildende. Unter diesem Druck sollen wir nun Handlungs-, Fach-, Wissens-und Sozialkompetenzen fördern. Und wir sollen die Schule entwickeln. Doch wie schaut das aus?

Der Tag beginnt also um 7:30. Sachen abgestellt. Mails gecheckt. Materialien zusammengesucht. Mit dem heißen Kaffee in den Unterrichtsraum. Die ersten Auszubildenden, die mit langen Fahrtwegen oder die sehr Eifrigen, trudeln langsam ein. Schnell werden die Sachen abgelegt und Rechner und SmartBoard gestartet. Digitalisierung findet in der Pflege schon statt…auch ganz typisch: ohne wirkliche Schulungen. Oh, die Akku-Tastatur und -Maus sind fast alle. Schnell die Maus ans Kabel, dank Touchdisplay kann man mal schnell die Tastatur sein lassen. Die kommt dann zur Präsentation ans Kabel. Schnell den Stick in den Rechner. Im Nachbarraum gestern lief die Präsentation. Der Stick wird nicht erkannt, bzw. ist gesperrt. Dann mal Trick17 und das System austricksen. Pünktlich 8:02 beginnt der Unterricht. Es sind auch fast alle Auszubildenden da. Die letzten beiden trudeln gerade rein.Der Rest des Unterrichts ist ebenfalls Routine: Handouts austeilen; Gruppen einteilen für die viel gehassten Gruppenarbeiten; regelmäßig darauf hinweisen, dass auch Schule Arbeitszeit ist. Neue Methoden versuchen wir so gut es geht einzuarbeiten. Nachher, im 4. Block, ist auch gerade wieder eine Fortbildung. Zum Glück hat der Kurs für die Stunde einen Arbeitsauftrag, dann kann man auch dran teilnehmen. Hoffentlich hilft es beim Fördern des Kooperativen Arbeitens weiter. Der Kampf gegen das Schulsystem, in dem nur Einzelkämpfer weiterkommen, braucht jede Hilfe, die er bekommen kann.

Im 3. Block hat man mal Zeit den neuen Unterricht vorzubereiten. Ganz neues Thema, puh, zum Glück haben einige Kolleg:innen Material bereitgestellt. Im Personalraum wird dann noch ein Kaffee geholt und das Mittagessen aufgewärmt. Dann zurück zum Rechner. Arbeiten und Essen gleichzeitig. Das Stationsgefühl verliert man nie. Vorrangig dann nicht, wenn man dabei noch die Unterrichtsanwesenheiten dokumentiert. Dann werden die Bücher gewälzt. Bereite ich die Präsentation parallel vor? Oder mache bereite ich ein Tafelbild vor? Oder doch eine interaktive Mindmap? Vielleicht hilft die Fortbildung. Schauen wir mal…


Autoren*innen (alphabetisch sortiert)

ClaudisChaos, DerSiS, Dianira79, Gemuesesuppe78, MaFriLidaheim, Pflegearzt, Schwester Kühn, Vollzeit Tante.

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